Resiliente Lager brauchen ein neues Konzept für Anfahrschutz

Resiliente Lager brauchen ein neues Konzept für Anfahrschutz

Resilienz im Lager wird häufig mit Automatisierung, Datenverfügbarkeit und flexiblen Abläufen verbunden. Ein einzelner Gabelstapleraufprall auf ein Regal oder eine tragende Stütze kann jedoch weiterhin den gesamten Betrieb belasten. Die Annahme, eine härtere Barriere sei automatisch die sicherere Lösung, greift deshalb zu kurz.

Peter MacLeod diskutierte das Thema in Logistics Business Conversations mit Jim Ryan, dem Gründer von Sentry Protection Products. Ryan entwickelt seit fast 30 Jahren Schutzsysteme für Lager. Er betont, dass bei einem Aufprall mit mehreren Tonnen schwerem Flurförderzeug nicht nur die Festigkeit des getroffenen Bauteils zählt, sondern auch der Umgang mit der entstehenden Energie.

Schutz und Wiederanlauf gehören zusammen

Ein Unfall kann Regale, Stützen, Fahrzeuge, Beschäftigte und Waren betreffen. Für Unternehmen entstehen zusätzliche Folgen durch Prüfungen, Sperrbereiche und Produktivitätsverluste. Eine extrem starre Lösung kann Kräfte in andere Komponenten weiterleiten und damit die Wiederaufnahme des Betriebs erschweren.

Die Bewertung sollte daher klären, wie Energie aufgenommen wird, welche Folgeschäden begrenzt werden und wie sicher ein betroffener Bereich wieder freigegeben werden kann. Das entspricht einem Industrie-5.0-Verständnis von Sicherheit: Technologie soll Menschen unterstützen, Anlagen schützen und die Erholung nach Störungen beschleunigen.

Autonomie braucht ein abgestimmtes Schutzsystem

Besprochen wurden außerdem Kollisionsvermeidung sowie der wachsende Einsatz automatisierter und autonomer Fahrzeuge. Sensorik und Software können Bewegungen besser steuern, ersetzen aber keine geeignete mechanische Absicherung und verlässliche Wartung.

Ein komplexes System ist nicht zwangsläufig die nachhaltigste Lösung. Eine einfachere, auf die konkrete Umgebung abgestimmte Technologie kann im Alltag zuverlässiger und leichter zu betreiben sein. Resilienz entsteht durch das Zusammenspiel von Menschen, Prozessen und Technik.

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