Autonome Beschaffung stärkt die Resilienz der Industrielogistik

Autonome Beschaffung stärkt die Resilienz der Industrielogistik

Industrieunternehmen müssen Lieferkettenstörungen auffangen und gleichzeitig effizient bleiben. Handelsbarrieren, geopolitische Unsicherheit, Energiepreissprünge und schwankende Nachfrage erschweren jedoch eine Frachtbeschaffung, die sich allein auf historische Daten und langfristige Ausschreibungen stützt.

Bis zu 70 Prozent der vertraglich gesicherten FTL-Kapazität können ungenutzt bleiben. Diese „Ghost Lanes“ verursachen Kosten beim Verlader und blockieren beim Frachtführer Ressourcen, die anderweitig eingesetzt werden könnten. Die daraus entstehende Ineffizienz kann spätere Vertragskonditionen verteuern.

Autonomous procurement links freight resilience with Industry 5.0

Ein Betriebsmodell für kontinuierliche Anpassung

Der Spotmarkt reagiert schneller, führt aber zu manueller Arbeit und erschwert die Vergleichbarkeit von Angeboten. Autonome Beschaffung verlagert den Prozess von einzelnen Ausschreibungsereignissen zu einer laufenden Bewertung von Bedarf und Markt.

Algorithmen können Angebote aus historischen Transportflüssen, aktuellen Frachtraten, Preisregeln, Routenbedingungen und Nachhaltigkeitskriterien erzeugen. Zusätzlich lassen sich Präferenzen und Buchungsmuster einzelner Frachtführer berücksichtigen. Werden Angebote nicht angenommen, kann die Plattform weitere Runden starten, Parameter anpassen oder alternative Partner auswählen – innerhalb von Leitplanken, die das Unternehmen vorgibt.

Damit folgt der Ansatz dem Industry-5.0-Gedanken: Automatisierung soll Widerstandsfähigkeit und menschliche Kompetenz erhöhen. Teams konzentrieren sich auf Ausnahmen, Lieferantenbeziehungen und strategische Entscheidungen, während wiederkehrende Zuordnungen automatisiert werden.

Daten bilden die Grundlage

Zu den berichteten Ergebnissen gehören FTL-Matching-Raten von bis zu 90 Prozent, eine durchschnittliche Zuordnung in rund 70 Minuten und Spotraten, die 8 bis 12 Prozent unter traditionellen Verfahren liegen. Die Produktivität in der Disposition kann um etwa 20 Prozent pro Jahr steigen. Für Frachtführer sinkt zugleich der Aufwand für die Berechnung von Angeboten; bessere Planung kann Leerfahrten reduzieren.

Die Qualität der Ergebnisse hängt von verlässlichen Daten über Routen, Frachtströme und Partnerleistung ab. Vernetzte TMS-Plattformen verbinden deshalb Beschaffung, operative Ausführung und Nachhaltigkeitsziele. In diesem Markt ist auch Trimble aktiv.

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