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UNABHÄNGIGES INDUSTRIEMAGAZIN
Logistik

Logistik 5.0: KI soll Menschen wirksamer machen

Praktische KI in der Logistik verbindet Automatisierung mit menschlicher Kontrolle, integrierten Daten und robusteren Abläufen.

Logistik 5.0: KI soll Menschen wirksamer machen

Im Verständnis von Industrie 5.0 soll künstliche Intelligenz Beschäftigte unterstützen und nicht einfach aus den Prozessen verdrängen. Transportabläufe erzeugen täglich zahlreiche kleine Änderungen: verschobene Termine, angepasste Aufträge und operative Ausnahmen. Ihr gemeinsamer Aufwand ist deutlich größer als die einzelne Anfrage vermuten lässt.

Ben Glossop, Vice President Sales bei Aptean, nennt das Beispiel eines Kunden mit 70 bis 100 täglichen E-Mails zu geänderten Lieferfenstern. Ein KI-Agent kann die Angaben erfassen, den Plan aktualisieren und die Folgen für Strecke, Zeit und Fahrzeugbedarf berechnen. Das Unternehmen legt die Grenzen fest; Fälle außerhalb dieser Grenzen werden an einen Mitarbeiter weitergeleitet.

A human-centred route to AI-enabled logistics

Schrittweise Autonomie für variable Bedingungen

Ein kontrollierter Ausbau der Autonomie ist in einer Branche wichtig, die von Straßensperrungen, Schnee, Krankheit und kurzfristigen Kundenwünschen geprägt ist. Der Agent kann zunächst Bestätigung verlangen, aus Entscheidungen lernen und erst später eindeutig erkennbare Muster selbst bearbeiten. Branchenspezifische KI kann dabei logistische Einschränkungen und Serviceverpflichtungen besser berücksichtigen.

Mit Ask Paragon können Planer per natürlicher Sprache die Routenleistung oder die Folgen eines veränderten Lieferfensters untersuchen. AppCentral soll Daten aus Transportmanagement, Lagerverwaltung und weiteren Anwendungen verbinden. Eine solche Orchestrierung bleibt allerdings von der Datenqualität und der technischen Integration abhängig.

Messbare Wirkung und Akzeptanz

Am leichtesten lässt sich die eingesparte Verwaltungszeit messen. Ein weiterer Agent soll Routen mit einer erwarteten Auslastung unter 80 Prozent erkennen, Kunden auf zusätzliche Bestellungen ansprechen und Account Manager einbeziehen. Eine bessere Auslastung kann ungenutzte Fahrzeugkapazität reduzieren.

A human-centred route to AI-enabled logistics

Die Kostenbetrachtung muss dennoch differenziert ausfallen. In einem Projekt schien die Planung um 20 Prozent teurer zu werden, weil die neue Software Lieferfenster, Fahrerzeiten und Fahrzeugregeln konsequenter durchsetzte als der frühere Ablauf. Aptean Ascent verbindet deshalb KI mit Prozessveränderungen, Benchmarking und fortlaufender Unterstützung.

Auch die Einbindung der Belegschaft ist entscheidend. Mitarbeiter mit Prozesskenntnis sollten an der Gestaltung beteiligt werden, statt Automatisierung als Bedrohung zu erleben. Logistik 5.0 bedeutet damit, menschliche Aufmerksamkeit für Ausnahmen, Urteilskraft und kontinuierliche Verbesserung freizuhalten.

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