Resiliente Logistik braucht Automatisierung mit klarem Zweck
Automatisierung kann die Leistungsfähigkeit der Logistik erhöhen, doch mehr Technik ist nicht automatisch ein besseres System. Intralox empfiehlt Industrieunternehmen deshalb, mit einer Prozessanalyse zu beginnen: Wo liegt die Einschränkung, und welches messbare Ergebnis soll die Investition liefern?
Antonio DiCarlo von Intralox verfügt über rund 30 Jahre Branchenerfahrung und betrachtet Automatisierung als ein Werkzeug unter mehreren. Entscheidend seien Produktivität, Ergonomie, Wartungsaufwand und die Gesamtbetriebskosten. Diese Bewertung verbindet Kapazitätsziele mit Kostenkontrolle und betrieblicher Resilienz.
Der Gesamtprozess zählt
Die manuelle Paketsortierung macht die Grenzen einer isolierten Betrachtung sichtbar. Mitarbeitende können gleichzeitig den Sendungsstrom steuern, Pakete ausrichten und weitere Aufgaben erledigen. Wird nur die Sortierbewegung automatisiert, kann ein neuer Engpass entstehen.
Ein Blick auf den gesamten Arbeitsablauf erhöht zudem die Chance auf eine Lösung, die sich einfach bedienen und warten lässt. DiCarlo vergleicht die Technologiewahl mit dem Kauf eines Autos: Spitzenleistung ist weniger wichtig als Zuverlässigkeit, Komfort und Alltagstauglichkeit.
Bestehende Anlagen als Modernisierungsbasis
Der E-Commerce hat Paketmengen und Betriebsweisen verändert. Viele Betreiber versuchen deshalb, mehr Leistung aus ihren vorhandenen Gebäuden und Anlagen zu gewinnen, anstatt sofort neue Standorte zu errichten. Eine gezielte Automatisierung kann diesen Weg unterstützen und unnötige Komplexität vermeiden.
Intralox arbeitet an einer Technologie, die das Zuführen von Schüttgut beziehungsweise gebündelten Paketen in bestehende Rundlaufsortierer automatisieren soll. Feldpiloten werden voraussichtlich gegen Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet. Das Vorhaben zeigt, wie sich bestehende Infrastruktur schrittweise um zusätzliche Funktionen erweitern lässt.
Aus Sicht von Industrie 5.0 sollte resiliente Automatisierung Menschen unterstützen, den täglichen Betrieb vereinfachen und messbaren Nutzen schaffen. Die beste Lösung ist daher nicht zwingend die mit den meisten Maschinen, sondern diejenige, die das Gesamtsystem mit möglichst wenig vermeidbarer Komplexität verbessert.






