ADM entwickelt aus einem E-Lkw-Pilot ein skalierbares Betriebsmodell

ADM entwickelt aus einem E-Lkw-Pilot ein skalierbares Betriebsmodell

ADM hat aus einem Test mit einem elektrischen schweren Nutzfahrzeug ein Programm mit fünf HGV an drei britischen Standorten entwickelt. Der Ansatz verbindet Dekarbonisierung mit den organisatorischen Voraussetzungen eines stabilen Industriebetriebs.

Der Pilot startete in Corby gemeinsam mit Voltloader. Zunächst kam ein mobiles Ladesystem zum Einsatz. So konnten die Partner die Anforderungen des mehrschichtigen Transports bewerten, bevor eine dauerhafte Anlage installiert wurde.

Auslastung bestimmt die Infrastruktur

Nach dem Pilotprojekt erhielt Corby eine ultraschnelle Ladestation. Sie ist für einen Betrieb mit zwei Schichten ausgelegt und soll die Fahrzeugverfügbarkeit erhöhen. Zusätzlich steht sie externen Betreibern von Nutzfahrzeugen offen.

Für ADM bedeutete die Umstellung daher eine Abstimmung von Ladeleistung, Routen, Schichtübergaben und Fahrzeugauslastung. Diese Faktoren müssen in eine Mühlenlogistik passen, die in Großbritannien jährlich rund 800.000 Tonnen Weizen bewegt.

Nachhaltigkeit mit betrieblicher Kontinuität

ADM erwartet gegenüber der früheren Dieselkonfiguration eine jährliche Einsparung von etwa 375 Tonnen transportbedingtem CO2. Nach Unternehmensangaben blieben Kundenlieferungen und der Tagesbetrieb während der Einführung stabil.

Auch die Arbeitsbedingungen verändern sich: Fahrer berichten von weniger Lärm und Vibrationen. Ashley Fuller von ADM Milling erklärte, der ursprüngliche Test habe die Praxistauglichkeit eines elektrischen HGV klären sollen. Die Ergebnisse ermöglichten anschließend die Erweiterung auf Knottingley und Avonmouth.

Dave Rose, CEO von Voltloader, sieht in dem Projekt ein übertragbares Modell, das Fahrzeuge mit Lade- und Standortinfrastruktur zusammenführt. Für industrielle Unternehmen liegt der Nutzen darin, dass der technische Ausbau an realen Betriebsdaten ausgerichtet werden kann.

Weitere Einsatzfelder

Geprüft werden nun Transporte landwirtschaftlicher Rohstoffe zu den Standorten sowie die nachgelagerte Lebensmittelverteilung. Damit entsteht eine Grundlage, um Elektrifizierung schrittweise auf zusätzliche Transportströme auszuweiten, ohne die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette zu gefährden.

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