KI soll Lieferketten robuster machen – unter klarer Kontrolle
Künstliche Intelligenz entwickelt sich in britischen Lieferketten zu einer Antwort auf wachsende regulatorische Komplexität. Mehr als ein Viertel der Supply-Chain-Fachleute im Vereinigten Königreich nennt unterschiedliche Vorschriften auf globalen Märkten als wichtigsten Grund für eine schnellere Einführung von KI. Die IDC-Untersuchung wurde im Auftrag von Kinaxis durchgeführt.
Im britischen Ranking liegt dieser Faktor hinter der Inflation auf Platz zwei. Der Anteil ist deutlich höher als der weltweite Durchschnitt von 16 % und als der deutsche Wert von 10 %. Die zusätzlichen Anforderungen nach dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs im Jahr 2020 könnten den Unterschied teilweise erklären.
Praktischer Nutzen für industrielle Netzwerke
KI kann Unternehmen helfen, Regeländerungen zu verfolgen, Szenarien zu bewerten und Abläufe in Planung, Beschaffung und Logistik zu beschleunigen. Für Lieferketten mit Standorten und Handelspartnern in mehreren Rechtsräumen kann das die Reaktionsfähigkeit erhöhen. Resilienz entsteht jedoch nicht durch Automatisierung allein. Datenqualität, nachvollziehbare Empfehlungen und klar zugewiesene Verantwortung bleiben entscheidend.
Das globale IDC-InfoBrief „Making Supply Chain AI Accountable“ befragte mehr als 2.000 Führungskräfte aus neun Märkten. Nur 2 % der Organisationen verfügen demnach über keinerlei KI-Fähigkeiten. Gleichzeitig bezeichnen sich nur 12 % als KI-Vorreiter; ebenso viele geben an, dass die Governance für KI-gestützte Entscheidungen vollständig etabliert ist.
Autonomie braucht Nachvollziehbarkeit
Für 52 % der Befragten ist Vertrauen die größte Hürde für eine schnellere Einführung. Je mehr Software Einkaufs-, Produktions- und Distributionsentscheidungen beeinflusst, desto wichtiger werden Erklärbarkeit und Auditierbarkeit. Justin King, Field CTO bei Kinaxis, sagte, KI müsse verlässliche, messbare und kontrollierte Ergebnisse liefern. Die Plattform Maestro soll Empfehlungen vor ihrer Umsetzung erklärbar und prüfbar machen.
Die britische Industrie bewertet ihre eigene Reife zugleich vorsichtig: 23 % der Unternehmen stufen sie als früh oder unklar ein. In den USA und Indien liegt der Anteil jeweils bei 16 %. Für Industry-5.0-Modelle folgt daraus, dass digitale Automatisierung mit menschlicher Kontrolle und belastbaren Governance-Prozessen verbunden werden muss.






