Die Zukunft der Lieferketten beginnt mit Partnern
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Eine neue Zukunft für Lieferketten beginnt mit Ihren Partnern, schreibt Scott Lehmann, VP für Produktmanagement bei Sphera.
Die letzten Monate waren für jeden CEO eines globalen Unternehmens arbeitsreich. Die Einführung erhöhter Zölle durch die USA hat neue Komplexitäten im globalen Handel geschaffen. Unternehmen waren gezwungen, schnell zu handeln, um ihre Lieferketten abzusichern – von der Vorratshaltung in Lagerhäusern bis hin zur Überprüfung der Standorte von Lieferanten und Netzwerken weltweit. Auch wenn es noch früh ist, beginnen sich die Auswirkungen bereits weiter unten in der betrieblichen Kette bemerkbar zu machen. Chinas Reaktion mit zusätzlichen Exportbeschränkungen für seltene Erden zwang sogar einige Automobilhersteller dazu, die Produktion vorübergehend einzustellen.
Störungen werden eindeutig zur neuen Normalität. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Resilienz von Lieferketten kein neues Thema für 2025 ist. Wir haben fünf Jahre erlebt, in denen Ereignisse die globalen Lieferketten auf eine harte Probe gestellt haben – darunter die einmalige COVID-19-Pandemie und der Vorfall mit der Ever Given im Suezkanal, der bis zu 10 Milliarden US-Dollar an Fracht pro Tag blockierte.
Scott Lehmann, Sphera
Resilienz in Lieferketten einzubauen ist kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine Notwendigkeit. Unternehmen müssen sich auf das Unerwartete vorbereiten und strategisch für ein intelligentes, proaktives Lieferkettenmanagement planen.
Nicht mehr reaktiv
Es ist entscheidend, dass Führungskräfte – wie es so schön heißt – den Wald vor lauter Bäumen sehen. Organisationen sollten der Versuchung widerstehen, zu schnell auf das Chaos zu reagieren, das die Zölle weltweit verursacht haben. Dies könnte das Problem nur verschärfen und noch größere, unvorhergesehene Störungen und Schwachstellen in der Lieferkette auslösen.
Es gibt einen alternativen Weg. Diese Strategie konzentriert sich auf das Risikomanagement in der Lieferkette. Risiko ist nichts, womit man sich erst im Nachhinein oder fallweise beschäftigen sollte. Es sollte die Grundlage jeder Lieferkettenstrategie eines Unternehmens sein. Diese Risiken sind vielfältig und sollten ganzheitlich betrachtet werden. Die Risiken beinhalten sicherlich die Gefahr hoher Zölle, die Unternehmen dazu zwingen könnten, die Preise für ihre direkten Kunden zu erhöhen. Sie könnten auch mit Klimavorschriften, Geopolitik, Sanktionen, Menschenrechten, Reputation – die Liste ist lang – zusammenhängen.
Das Risikomanagement in der Lieferkette wird von Prinzipien geleitet, die darauf abzielen, Risiken zu vermeiden, zu mindern, zu übertragen oder zu akzeptieren, um die Gesamtrisikoexposition effektiv zu steuern.
Zu Beginn sollte eine Priorisierung der Lieferanten erfolgen, um das Risiko, seine Auswirkungen und die am besten geeigneten Minderungsstrategien besser zu verstehen. Dies ist eine komplexe, facettenreiche Aufgabe. Zu viele Unternehmen beschäftigen sich nur oberflächlich mit dieser Frage. Sie versuchen vielleicht, zu kartieren, wo ihre Lieferanten tätig sind, von wem ihre Lieferanten und deren Lieferanten einkaufen, um ein vollständigeres Bild ihrer Risikoposition zu erhalten. Unsere Forschung zeigt, dass bei der Mehrheit der Unternehmen die Erkenntnisse bei den direkten Tier-1-Lieferanten enden. Unternehmen dringen nicht tiefer in die Schichten der Lieferkette vor und sind daher Risiken ausgesetzt, von denen sie möglicherweise nichts wissen.
Die Ursachen für dieses Problem reichen von veralteter und/oder neuer Technologie, die viel verspricht, aber nur Lärm und Verwirrung erzeugt, bis hin zu Problemen bei der Zusammenarbeit mit direkten Lieferanten in Bezug auf Lieferantendaten. Die Lösung erfordert einen Wandel hin zu Echtzeitinformationen über Lieferanten, die über unmittelbare Partner hinausgehen und eine echte N-Tier-Transparenz ermöglichen, damit Unternehmen die Risiken tief in ihren Netzwerken verstehen.
Blick nach vorn
Ein proaktiver, modernisierter Ansatz für Lieferketten ist entscheidend. Die Resilienz der Lieferkette ist eine Notwendigkeit für das Überleben von Unternehmen. Unternehmen können es sich nicht mehr leisten, Kosteneffizienz über Resilienz zu stellen. Firmen benötigen eine ganzheitliche Sicht auf Lieferantenrisiken, basierend auf Echtzeitinformationen, die weit über unmittelbare Partner hinausgehen, um vollständige N-Tier-Transparenz zu erreichen.
Dies wird Unternehmen helfen, die wichtigsten Fragen zu stellen, die Lieferketten heute betreffen, darunter: Mit wem mache ich entlang der gesamten Lieferkette Geschäfte? Gibt es ein Risiko durch Diamantlieferanten? Welcher spezifischen Länderrisiken sind sie in ihren Unterebenen ausgesetzt? Gibt es Menschenrechtsprobleme in ihren Lieferketten? Inwieweit sind sie dem neuen US-Zollregime ausgesetzt? Wie wirken sich die EU-Klimavorschriften auf sie aus? Sind sie von Sanktionen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine betroffen? Wie werden sich die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten direkt und indirekt auf sie auswirken?






