KI kann Lieferketten widerstandsfähiger machen

KI kann Lieferketten widerstandsfähiger machen

Künstliche Intelligenz entwickelt sich in der Logistik von einem Testfeld zu einer Technologie mit Auswirkungen auf Bestände, Sicherheit und Produktionskontinuität. Jett McCandless, Gründer und CEO von project44 sowie des KI-Ablegers LSP44, erwartet eine deutliche Beschleunigung des Fortschritts.

Im Hafen von Hamburg beschrieb McCandless KI-Agenten, die mit Transportunternehmen kommunizieren, Unstimmigkeiten in Sendungsdaten klären und mögliche Hinweise auf Ladungsdiebstahl erkennen können. Für Industrieunternehmen ist besonders relevant, dass dadurch die Zeit zwischen einem Ereignis und der eingeleiteten Reaktion sinken kann.

Transparenz wirkt auf Bestände und Resilienz

Genauere Informationen über den Warenfluss können den Bedarf an großen Sicherheitsbeständen verringern. Als Beispiel nennt McCandless ein Unternehmen, das seine Bestände nach einer Verbesserung der Lieferkettentransparenz um etwa 150 Millionen US-Dollar reduzierte. Bessere Daten beeinflussen damit nicht nur die Transportüberwachung, sondern auch das gebundene Kapital.

Automatisierte Systeme können Auffälligkeiten erkennen, fehlende Informationen anfordern und komplexe Fälle an Mitarbeitende weitergeben. Die Teams erhalten dadurch mehr Raum für Aufgaben, bei denen Risikobewertung, Lieferantenkoordination oder menschliches Urteilsvermögen erforderlich sind.

Automatisierung braucht Governance

Gleichzeitig müssen Unternehmen geschäftlich sensible Informationen schützen und die Befugnisse autonomer Systeme festlegen. Bei sicherheitsrelevanten Vorgängen und kritischen Lieferentscheidungen bleiben Kontrolle und Eingriffsmöglichkeiten durch Menschen entscheidend.

Auch die Kompetenzprofile werden sich verändern. Routinekommunikation kann abnehmen, während Datenverständnis, Prozessüberwachung und Ausnahmebehandlung wichtiger werden. McCandless rechnet in den kommenden fünf Jahren mit einem starken technologischen Schub. Industrieunternehmen, die Automatisierung mit Datenschutz, Governance und Qualifizierung verbinden, können ihre Lieferketten effizienter und widerstandsfähiger gestalten.

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