Zollreform legt den Fokus auf UK-EU-Erfüllung

Zollreform legt den Fokus auf UK-EU-Erfüllung
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Eine Überarbeitung des EU-Zollrahmens schreckt die Expansion der britisch-europäischen Einzelhandelslieferketten nicht ab, schreibt Andrew Scanlon (im Bild, unten), Leiter Vertrieb und Marketing beim E-Commerce-Logistikdienstleister Paxon.

Der Europäische Rat und das Europäische Parlament haben kürzlich eine Reform vereinbart, die Zölle effizienter erheben und Kontrollen bei nicht-konformen, gefährlichen oder unsicheren Produkten verschärfen wird. Es wird als die bedeutendste Zollreform der EU seit der Gründung der Zollunion im Jahr 1968 angesehen und hat Schlagzeilen über eine verstärkte Kontrolle von niedrigpreisigen Paketen, die nach Europa gelangen, hervorgerufen.

Es wird erwartet, dass die Änderungen das Ende der Zollbefreiung für Pakete unter €150, die in die EU eingeführt werden, bedeuten, wobei diese durch neue Gebühren ersetzt werden. Doch die Reform umfasst noch viel mehr, mit bedeutenden Änderungen, die eher dazu ermutigen könnten, als abzuschrecken, britische Unternehmen in den EU-Markt zu exportieren. Unsere Erfahrung zeigt, dass dies der Fall ist, da Händler und Marken frühzeitig planen und Lieferketten anpassen, um den Verkauf bei europäischen Käufern zu steigern.

Handel erleichtern

Der neue EU-Zollrahmen wird die Einführung eines Datenzentrums sehen, das voraussichtlich ab dem 1. Juli 2028 für E-Commerce-Güter in Betrieb genommen wird. Eine schrittweise Einführung wird alle Warenbewegungen bis zum 1. März 2034 umfassen. Das EU-Zoll-Datenzentrum wird eine einzige Online-Plattform sein, die Zollinformationen sammelt und analysiert, um die sichere und effiziente Bewegung von Waren in die EU und aus der EU zu unterstützen. Eine neue, dezentrale Behörde für EU-Zoll wird das Zentrum nutzen, um die risikoreichsten Frachtgüter zu identifizieren und diese zur Inspektion zu kennzeichnen.

Unternehmen werden Zollinformationen an das neue Portal übermitteln, was bedeutet, dass sie nur einmal Informationen eingeben müssen, anstatt bis zu 27 einzelne Einträge für die Mitgliedstaaten der Union. Dies sollte den Handel erleichtern und vereinfachen, indem es Exporteuren Zeit und Geld spart. Es schafft auch die Möglichkeit für „Vertrauen-und-Überprüfung-Händler“ – einen neuen Prozess, der die Zollpflichten für Unternehmen, die konsequent umfassende Informationen über ihre Waren bereitstellen, vereinfacht. Unternehmen, die im Rahmen des Schemas anerkannt sind, könnten feststellen, dass sie Waren ohne aktive Zollintervention in die EU freigeben können.

Vorteile der neuen Reform sprechen britische Händler und Marken an, die die Komplexität des grenzüberschreitenden Handels reduzieren möchten. Unternehmen suchen Beratung, um die Genauigkeit und Konformität der Zollanmeldungen zu verbessern und sicherzustellen, dass sie gut vorbereitete Prozesse vor den Änderungen haben.

Es sind die neuen Regeln für kleine Sendungen, die bei britischen Unternehmen, die in die EU exportieren, wahrscheinlich für Besorgnis sorgen.

Ändernde Gebühren

Im Dezember 2025 einigten sich die EU-Mitgliedstaaten darauf, die Zollbefreiungsschwelle für Waren unter €150, die in die EU eingeführt werden, abzuschaffen. Ab dem 1. Juli 2026 ist geplant, diese Befreiung durch eine vorübergehende Zollgebühr zu ersetzen, die voraussichtlich bei etwa €3 pro Artikel liegen wird, bei Paketen im Wert bis €150. Es wurde auch eine neue Pauschalgebühr für die Abwicklung vorgeschlagen, die ab November 2026 eingeführt werden soll, wobei dies noch bestätigt werden muss.

In der neuesten Mitteilung (26. März) des Europäischen Rates und des Europäischen Parlaments wurde angegeben, dass die Höhe der Abwicklungsgebühr durch eine delegierte Verordnung der Kommission festgelegt wird, bevor sie von den EU-Mitgliedstaaten spätestens am 1. November 2026 angewendet wird.

Weiterhin wurde mitgeteilt, dass Plattformen und Verkäufer, die in die EU durch Fernabsatz (z. B. über E-Commerce) verkaufen, dafür verantwortlich sein werden, alle Zollformalitäten und Zahlungen zu regeln. Ein neues System von Geldstrafen wird für E-Commerce-Betreiber eingeführt, die systematisch ihre Zollpflichten nicht erfüllen.

Obwohl noch Klarheit über die neue EU-weit gültige Abwicklungsgebühr erforderlich ist, handeln britische Unternehmen frühzeitig. Sie überprüfen Fulfillment-Strategien, erwägen Optionen wie Doppel-Standorte-Lagerung und EU-basierte Bonded-Lagerhäuser (Lagerhäuser) sowie hybride Modelle zentralisierter Lieferkettenplanung und Bestandsverwaltung, unterstützt durch regionale Vertriebszentren.

Die EU bietet eine starke Wachstumschance für britische Händler und Marken. Der europäische E-Commerce floriert, und Käufer sind bereit, außerhalb der EU zu kaufen – etwa ein Viertel (27%) der Käufer taten dies im Jahr 2024. Die neue Zollreform mag einschüchternd klingen, kann aber Chancen bieten, Exporte und Fulfillment zu optimieren. Frühzeitige Planung wird entscheidend sein, um Lieferketten- und Fulfillment-Strategien anzupassen, die einen effektiven grenzüberschreitenden Handel ermöglichen.

Andrew Scanlon ist Leiter Vertrieb und Marketing bei Paxon – einer neu gegründeten Drittanbieter-Logistikmarke, die durch die Zusammenführung von drei spezialisierten Anbietern entstanden ist: Active Ants, Staci und Radial.

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