Wettbewerbsvorteil in der Energieversorgung sichern

Wettbewerbsvorteil in der Energieversorgung sichern

Peter MacLeod spricht mit Nick Hay von Wattstor, der beschreibt, wie Logistikunternehmen auf einen Energiemarktwechsel reagieren können, um in einem Schritt von Energierisiken zu Wettbewerbsvorteilen zu gelangen.

Manchmal entgeht Energie den Blicken der Logistikbetreiber, doch steigende Strompreise, Netzbeschränkungen und Elektrifizierung rücken sie zunehmend in den betrieblichen Fokus. Für Wattstor, ein Energienetz, das gewerbliche und industrielle Kunden mit lokal erzeugtem, intelligent verwaltetem erneuerbarem Strom versorgt, bedeutet dieser Wandel sowohl Herausforderung als auch Chance.

Nick Hay (im Bild, unten) trat im vergangenen Sommer als Branchenberater bei Wattstor ein und bringt jahrzehntelange Erfahrung aus leitenden Positionen bei Fowler Welch und Gist mit. Seine Entscheidung, sich zu engagieren, basiert auf einem langjährigen Interesse an Effizienz und Nachhaltigkeit, verbunden mit der Überzeugung, dass Wattstor etwas wirklich Praktisches für Logistikunternehmen bietet.

„Ich war schon immer eng mit Energieeffizienz verbunden“, sagt Hay. „Von der frühen Nutzung von Telematik bis hin zur ESG-Führung habe ich gesehen, wie Technologie echten Wandel bewirken kann. Was mich an Wattstor fasziniert hat, ist nicht nur die Ambition, sondern auch die Tatsache, dass die Lösung praktikabel ist und greifbare Vorteile bietet.“

Betriebliche Realitäten

Im Kern des Wattstor-Angebots steht die Idee, dass Energiesysteme um die betrieblichen Gegebenheiten jedes Standorts herum gestaltet werden sollten. Lagerhäuser stehen unter zunehmendem Druck durch Automatisierung, Temperaturkontrolle und Elektrifizierung, während die Netzanschlüsse immer mehr eine begrenzende Rolle spielen. Wie Hay betont, hat die Verfügbarkeit von Energie bereits einige Entwickler dazu gezwungen, von ansonsten attraktiven Logistikstandorten abzusehen.

Netzbeschränkungen sind nur ein Teil der Herausforderung. Nachfragemuster in der Logistik können im Tagesverlauf stark schwanken, insbesondere bei Elektrofahrzeugen oder Handling-Ausrüstung. Das gleichzeitige Laden von Flotten kann kurzfristig zu erheblichen Nachfrage-Spitzen führen, was die Kosten und Netzgebühren erhöht.

Hier kommt die Kombination aus vor Ort erzeugtem erneuerbarem Strom, Batteriespeichern und intelligenter Energienutzung von Wattstor ins Spiel. Durch die Balance zwischen Netzversorgung, Solarerzeugung und Batteriekapazität hilft Wattstor Betreibern, Spitzenlasten zu steuern und gleichzeitig die Exponierung gegenüber steigenden Netzgebühren zu verringern.
„Der clevere Teil ist, wie man diese Elemente ausbalanciert“, sagt Hay. „Man reduziert die maximale Abnahme vom Netz, was die Fixkosten senkt, und sorgt gleichzeitig dafür, dass bei Bedarf Strom verfügbar ist. Wenn Strom günstig ist, lädt man die Batterie auf. Bei hohen Preisen vermeidet man den Einkauf oder speist zurück ins Netz.“

Dieses Prinzip bildet die Grundlage für Wattstors Tarif „Price Protect“, der mit direktem Input aus Hay’s Logistik-Erfahrung verfeinert wurde. Er ist so konzipiert, dass er Strompreise unter Marktniveau garantiert und gleichzeitig eine absolute Preisobergrenze setzt. Zudem profitieren Kunden bei fallenden Großhandelspreisen. Die kürzlich angekündigte Finanzierung von bis zu 50 Millionen Pfund soll die Umsetzung von mehr als 15 Projekten in den nächsten zwei Jahren in Großbritannien und großen Teilen Europas unterstützen und das Vertrauen in das Modell stärken.

Energiepreissteigerung

Mit einer erwarteten Strompreiserhöhung im Vereinigten Königreich im April fühlen sich viele Logistikbetreiber bereits betroffen. Amy Wilson, Chief Marketing Officer bei Wattstor (im Bild, unten), betont die Bedeutung frühzeitiger Maßnahmen. „Die am stärksten Betroffenen wissen bereits, dass ein Problem besteht“, erklärt sie. „Je früher wir das Energieprofil eines Kunden bewerten, desto schneller können wir Wege finden, Kosten, CO₂ und Risiken zu senken.“

Wattstors Fähigkeit, eine Standortanalyse schnell anhand vorhandener Verbrauchsdaten durchzuführen, ermöglicht es Betreibern, innerhalb weniger Tage potenzielle Vorteile zu erkennen. Dies spiegelt die Realität wider, dass kein Logistikbetrieb Energie auf die gleiche Weise verbraucht.

Ein gutes Beispiel ist der Pharmahändler Mawdsleys, der mit Wattstor zusammenarbeitete, um die Solarerzeugung auf seinem Lagerbestand zu optimieren. Das Projekt ermöglichte Mawdsleys, sich dem Netto-Null-Ziel zu nähern, Netzbeschränkungen zu überwinden und langfristige Kostensicherheit zu verbessern, ohne den täglichen Betrieb zu stören.

Langfristige Perspektive

Über die unmittelbaren Einsparungen hinaus bietet die Elektrifizierung eine langfristige Chance für die Logistikbranche. Hay argumentiert, dass vorhersehbare Strompreise eine der größten historischen Variablen des Sektors entfernen könnten: „Wenn Sie elektrische Flotten mit langfristiger Strompreis-Sicherheit kombinieren, haben Sie plötzlich viel mehr Kontrolle über Kraftstoffkosten. Diese Stabilität ist in einem Sektor mit engen Margen äußerst attraktiv.“

Für die Zukunft sieht Hay die Energie-Strategie als einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Betreiber, die ihre Energieprofile verstehen und frühzeitig handeln, werden besser in der Lage sein, zu expandieren, zu elektrifizieren und zukünftige Schocks aufzufangen. „Frühzeitige Anwender werden sehr erfolgreich sein“, schließt er. „In einer Welt voller Variablen kann die Beseitigung von Unsicherheiten bei Energiepreis und -versorgung einen echten Vorteil darstellen.“

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