Sicherstellung der Interoperabilität mit eCMR für Spanien

Sicherstellung der Interoperabilität mit eCMR für Spanien

Ab 5. Oktober 2026 wird Spanien ein digitales Documento de Control Administrativo (DCA) für den gewerblichen Straßengüterverkehr verlangen. Was ursprünglich nur für den nationalen Transport und die Kabotagekontrolle gedacht war, wird in der Praxis auch für einen Großteil des Transitverkehrs durch das Land relevant sein. Unternehmen sollten jetzt Maßnahmen ergreifen.

Das Documento de Control Administrativo (DCA) ist ein Verwaltungsinstrument im spanischen Transportrecht, das bisher verpflichtend in Papierform verwendet werden musste. Eine Gesetzesänderung wird jedoch ab Oktober 2026 die digitale Version verpflichtend machen. Es ist weder ein „spanisches eCMR“ noch eine Frachturkunde im vertraglichen Sinne. Es regelt weder die Haftung noch den Zustand der Güter, sondern dient als offizielles Kontrolldokument. Es sollte auch nicht mit der kommenden europäischen eFTI-Verordnung verwechselt werden, die den strukturierten Datenaustausch zwischen Unternehmen und Behörden zum Ziel hat. Ab Oktober 2026 reicht eine Papierkopie des DCA nicht mehr aus.

„Der DCA ist kein neues digitales Datenwelt, sondern die digitale Replikation eines papierbasierten Prozesses“, erklärt Dr. David Saive, Legal Product Owner bei der Open Logistics Foundation. „Wer das Dokument nicht sofort digital vorlegen kann, wird künftig ein operatives Problem bekommen.“

Zugriff auf Abruf: QR-Code oder Referenznummer

Ein entscheidender Faktor ist, wie das DCA während einer Kontrolle bereitgestellt wird. Der spanische Ansatz ist „Auf Anfrage einsehbar“: keine strukturierten Schnittstellen zu den Behörden, sondern ein dokumentenbasierter Ansatz, bei dem auf Anfrage ein unstrukturiertes Dokument bereitgestellt werden muss. Es gibt zwei Möglichkeiten, dies zu tun. Bei der ersten wird während der Kontrolle eine numerische Referenz ausgegeben, und das Unternehmen stellt eine PDF-Version des Dokuments über das Portal der Behörden bereit. Bei der zweiten Methode registriert das Unternehmen im Voraus einen zentralen Serverpfad, und der Fahrer präsentiert dann einen QR-Code, der direkt dorthin führt. Wichtig ist, dass der Zugriff auf das Dokument während einer Kontrolle sofort funktionieren muss, egal ob über ein Smartphone, ein Fahrer-Tablet oder ein Backoffice.

Den DCA mit dem eCMR abdecken

Da der DCA inhaltlich weitgehend dem CMR-Frachtbrief entspricht, kann ein korrekt implementiertes eCMR funktional den DCA ersetzen, vorausgesetzt, die Anforderungen der Resolución vom 22. Mai 2023 – der spanischen Durchführungsverordnung für den digitalen DCA – werden erfüllt.

Die technischen Anforderungen hängen von der gewählten Methode ab. Für beide Methoden gilt: Das Dokument muss im PDF/A-Format vorliegen und online zugänglich sein. Nutzer der QR-Code-Methode benötigen nicht nur den QR-Code auf dem Dokument, sondern auch eine im Voraus bei den Behörden registrierte Domain. Zudem gibt es Pflichtfelder, die viele eCMR-Datenmodelle noch nicht abdecken: Registrierungsnummern des Zugfahrzeugs und Anhängers sowie gegebenenfalls spezielle Transportgenehmigungen.

Wer diese Anforderungen in das Datenmodell integriert, kann die eCMR funktional als DCA nutzen und so parallele Systeme vermeiden. „Digitalisierung bedeutet nicht, Papierdokumente auf einem Bildschirm nachzubilden. Es geht darum, Systeme zu entwickeln, die mehrere papierbasierte Prozesse durch eine gemeinsame digitale Infrastruktur ersetzen“, sagt Dr. Saive. Ein separates System für jedes verpflichtende Dokument zu entwickeln, löst kein Problem, sondern schafft nur das nächste. Langfristig wird das teuer, fehleranfällig und schwer skalierbar. Daher sollten die Änderungen in Spanien kein Anlass sein, landesspezifische Insellösungen zu entwickeln, sondern die eCMR so aufzubauen, dass nationale Anforderungen nahtlos integriert werden können. Als neutrale Open-Source-Lösung ist die OLF-eCMR genau dafür konzipiert.

Jetzt vorbereiten, was bei Kontrollen zählt

Für viele ausländische Unternehmen liegt die eigentliche Hürde nicht darin, den digitalen DCA zu erstellen, sondern auf die spanische Plattform zuzugreifen. Ausländische Dokumente sind nicht immer ausreichend. Die Empfehlung lautet daher: Überprüfen Sie jetzt, ob Ihre eigenen Prozesse die Kontrollanforderung abdecken. Wo ist das Dokument? Wer kann es im Notfall sofort bereitstellen? Wie kann der Fahrer schnell den richtigen Zugriff erhalten? Und wer kümmert sich um die Formalitäten bei den spanischen Behörden? Am Ende zählt nur eins: Der Spediteur muss in der Lage sein, die erforderlichen Dokumente während einer Kontrolle vorzulegen.

Interoperabilität ebnet den Weg für DCA und eFTI

Einige sehen den spanischen DCA als Vorläufer der kommenden eFTI-Verordnung. Allerdings unterscheiden sich die beiden Anforderungen grundlegend. eFTI zielt darauf ab, einen strukturierten Datenaustausch zwischen Unternehmen und öffentlichen Behörden zu erleichtern, während der DCA ein dokumentenbasierten Nachweis der Kontrolle bleibt. Für Unternehmen können beide Systeme parallel relevant werden. Genau deshalb lohnt es sich, nicht die schnellste, sondern die flexibelste Lösung zu wählen. Open-Source-Ansätze wie die Open Logistics Foundation’s eCMR sind genau dafür konzipiert: offen, interoperabel und erweiterbar, sodass keine neuen Systeme für jede neue regulatorische Anforderung notwendig sind.

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