Portek-Deal rückt resiliente und emissionsärmere Häfen in den Fokus

Portek-Deal rückt resiliente und emissionsärmere Häfen in den Fokus

A.P. Moller Capital will Portek International vollständig übernehmen. Die Vereinbarung mit Mitsui & Co. sieht den Erwerb über den Emerging Markets Infrastructure Fund II vor. Damit erweitert der Investor seine Aktivitäten in der Transport- und Logistikinfrastruktur um ein internationales Terminalnetz und technische Dienstleistungen.

Portek hält Beteiligungen an sieben Mehrzweckterminals in Algerien, Gabun, Indonesien, Lettland, Malta und Vietnam. Das 1988 gegründete Unternehmen mit Sitz in Singapur bietet außerdem Hafenengineering sowie Betriebs- und Instandhaltungsleistungen an, vor allem aus Singapur und Indonesien. Das Unternehmensprofil ist bei Portek abrufbar.

Gemeinsame Standards, lokale Umsetzung

Die Terminals bewegen jährlich rund sieben Millionen Tonnen Massengut, 700.000 Container und etwa 90.000 Fahrzeuge. Portek beschäftigt ungefähr 1.400 Menschen. Für den künftigen Eigentümer entsteht damit eine Plattform, auf der sich Leistungskennzahlen und Wartungsansätze vergleichen lassen. Gleichzeitig unterscheiden sich technische Ausstattung, Handelsströme und regulatorische Bedingungen von Standort zu Standort.

Nach dem Vollzug will A.P. Moller Capital mit den lokalen Betriebsteams an operativer Leistung, Governance, Sicherheit und Kapitaldisziplin arbeiten. Auch die Umweltleistung gehört zu den genannten Zielen; vorgesehen ist unter anderem die Planung von Emissionsminderungen.

Konkrete Automatisierungs-, Digitalisierungs- oder Elektrifizierungsprogramme wurden nicht angekündigt. Der geplante Schwerpunkt eröffnet jedoch Ansätze für datenbasierte Instandhaltung, bessere Transparenz bei Anlagenleistungen und eine gezieltere Auswahl von Investitionen. Ein Industrie-5.0-orientierter Ansatz müsste dabei technologische Werkzeuge mit dem Wissen der lokalen Teams verbinden, statt alle Abläufe unabhängig von den Standortbedingungen zu vereinheitlichen.

Relevanz für industrielle Lieferketten

Eine koordiniertere Steuerung kann Unternehmen zugutekommen, die mehrere Terminals oder Handelsrouten nutzen. Die Engineering- und Wartungskompetenz von Portek kann zudem die Anlagenverfügbarkeit unterstützen. Welche Projekte tatsächlich umgesetzt werden, ist noch offen.

Die Übernahme ergänzt Beteiligungen an AC Logistics auf den Philippinen und Bergé Logistics in Spanien und Lateinamerika. Zusätzlich hat A.P. Moller Capital Vereinbarungen über Mehrheitsbeteiligungen an Globex Investissement und Euroports unterzeichnet.

Partner Semih Gökmen bezeichnete Portek als passend zur Strategie des aktiven Eigentümers. Direktor Kim Thagaard Pedersen sieht weiteres Entwicklungspotenzial. Der Abschluss steht unter den üblichen regulatorischen und sonstigen Genehmigungsvorbehalten. Zugleich würdigte der Investor die bisherige Arbeit von Mitsui & Co..

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