Lieferungen sind eine Quelle umsetzbarer Erkenntnisse

Lieferungen sind eine Quelle umsetzbarer Erkenntnisse

Sendungen sollten als eine Quelle umsetzbarer Erkenntnisse betrachtet werden, dank intelligenter Labels, argumentiert Sharath Muddaiah, Leiter der globalen Geschäftsstrategie und Kundenerfolg für IoT-Lösungen bei Giesecke+Devrient.

Lieferketten stehen vor zahlreichen Herausforderungen, von Störungen beim sicheren Transport von Gütern bis hin zu zunehmendem Druck, Artikel schneller an Endverbraucher zu liefern, alles in einer kosteneffizienteren und nachhaltigeren Weise. Um diese Anforderungen zu erfüllen, gewinnt die Echtzeit-Transparenz an Bedeutung, die es Organisationen ermöglicht, den Zustand und den Standort der Güter im Transit zu überprüfen.

Intelligente Labels bieten der Branche die Möglichkeit, zu modernisieren, und machen jedes Paket zu einem verfolgbaren IoT-Gerät. Solche Labels erzeugen jedoch beträchtliche Datenmengen, die richtig genutzt werden müssen, um die operative Effizienz zu verbessern, Lagerbestände zu vermeiden und proaktive Entscheidungen zu fördern. Bereits ein Label kann im Laufe seiner Lebensdauer bis zu 1,5 MB Daten generieren. Damit alle Beteiligten profitieren können, ist das Teilen von Daten unerlässlich.

Echtzeit-Tracking ermöglichen

Ein intelligentes Label kann an jedem Artikel im Transit befestigt werden, von kleinen Umschlägen bis hin zu größeren Paketen. Sie sind dünn und etwa so groß wie eine Kreditkarte. Das macht sie ideal für Anwendungen, bei denen ein größeres Tracking-Gerät ungeeignet ist, und auch für das enge Verfolgen wertvoller oder sensibler Dokumente.

Intelligente Labels werden durch energiesparende Mobilfunk-, WLAN- und GPS-Technologien betrieben und zeigen eine genaue Visualisierung ihres Standorts. Sie überwachen auch die Umgebungstemperatur und können sogar Schockmomente erkennen, was Unternehmen hilft, empfindliche Güter zu schützen. Für die Sicherheit ist auch ein Manipulationssicheres Design integriert. Wenn jemand das Paket öffnet, wird eine Warnmeldung für Abhilfemaßnahmen gesendet, und das Label selbst ist vollständig wiederverwendbar, um Nachhaltigkeit zu fördern.

Die bedeutende Datenmenge ist entscheidend für die Steuerung der Echtzeit-Transparenz. Zusammen können Millionen von Labels theoretisch Terabytes an Daten jährlich erzeugen. Damit diese Daten richtig interpretiert werden können, sind Business-Intelligence-(BI-)Systeme zentral, um sie zugänglich zu machen.

KI und BI arbeiten zusammen

BI-Plattformen können den Nutzern genau anzeigen, wo sich Güter auf ihrer Reise befinden und ihren aktuellen Status, indem sie Muster, Trends und Anomalien erkennen und in einem verständlichen Format wiedergeben. Mit diesen Informationen können Unternehmen bessere Entscheidungen treffen, um die Entscheidungsfindung und operative Effizienz zu unterstützen.

Angenommen, ein Smartphone-Hersteller möchte wissen, wo sich seine Geräte befinden, während sie zu verschiedenen Händlern versendet werden. Intelligente Labels zeigen den genauen Standort jedes Pakets. Mit der BI-Technologie, die Daten zu Echtzeit-Bestandsständen an die einzelnen Geschäfte sendet, können potenzielle Engpässe frühzeitig erkannt werden. Dies führt zu einer Lieferkettenverwaltung, die unnötige Verzögerungen reduziert, Sperrungen verhindert und die Kundenerfahrung verbessert.

Die Fortschritte in der KI bedeuten, dass in den nächsten Jahren die Daten der intelligenten Labels automatisierte Maßnahmen informieren werden, ohne menschliches Eingreifen. Zum Beispiel könnte KI autonom LKWs umleiten, um schnellere oder kraftstoffeffizientere Routen zu wählen. Sie könnte auch Bestände im Transit neu verteilen, um besser auf die Kundennachfrage zu reagieren. Mit zunehmender Genauigkeit und Proaktivität der KI-Systeme werden diese in der Lage sein, Logistikprozesse vollständig zu optimieren, mit minimalem Nutzerinput.

Daten in das breitere Ökosystem integrieren

Intelligente Labels sind für Unternehmen äußerst vorteilhaft, werden jedoch oft nur für interne Zwecke genutzt. Die Abläufe in der Lieferkette hängen jedoch von mehreren Akteuren ab – Lagerpartner, Logistikanbieter, Hersteller und Händler – und wenn sie keinen Zugang zu denselben Daten teilen, ist der Wert, den intelligente Labels im größeren Ökosystem bieten können, stark eingeschränkt.

Die Lösung besteht darin, die Daten mit mehreren autorisierten Nutzern entlang der Lieferkette zu teilen. Dies ermöglicht eine bessere Koordination und fundiertere Entscheidungen. Zum Beispiel können Händler ihre Verkaufsprognosen verbessern, indem sie auf Echtzeit-Lieferinformationen von Kurieren zugreifen.

Die Sichtbarkeit der Daten im gesamten Ökosystem bringt jedoch einige Herausforderungen mit sich. Grenzüberschreitende Konnektivität, Interoperabilität und die Sicherheit der übertragenen Daten sind wichtige Aspekte. Diese Herausforderungen werden jedoch stetig überwunden, da intelligente Label-Technologien immer ausgefeilter werden und eine sichere sowie zuverlässige Datenfreigabe ermöglichen.

Umsetzbare Daten aus jeder Sendung

Intelligente Labels können jede Sendung in eine umsetzbare Datenquelle verwandeln. Die ständig wachsenden KI-Fähigkeiten und BI-Plattformen ermöglichen es Organisationen, Güter in ihrer Lieferkette proaktiv zu verwalten, anstatt nur reaktiv zu handeln.

Das wahre Potenzial intelligenter Labels wird jedoch erst dann vollständig realisiert, wenn Daten allen Akteuren im größeren Ökosystem zur Verfügung stehen. Der Aufbau sicherer interoperabler Rahmenwerke wird eine Datenquelle schaffen, auf die Logistikanbieter, Lagerhäuser, Hersteller und Händler zugreifen und diese nutzen können. Dies wird ihnen ermöglichen, Störungen zu vermeiden, empfindliche Güter zu schützen, Bestände zu optimieren und nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Mit gemeinsamem Zugriff auf Informationen ist dies eine Chance, die Funktionsweise von Lieferketten grundlegend zu verändern.

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