Die Paul Vahle GmbH & Co. KG wird Lösungen für die Elektrifizierung von Containerterminals auf der TOC Europe 2026 in Hamburg vom 19. bis 21. Mai vorstellen. Der Fokus liegt auf integrierten Energiesystemen für hochdynamische Hafenbetriebe — von elektrifizierten Krananwendungen und automatisiertem Laden bis hin zum intelligenten Energiemanagement in Terminalbetrieben.
„Steigende Dieselpreise und volatile Energiekosten erhöhen den wirtschaftlichen Druck auf Hafenbetreiber. Gleichzeitig verschärfen regulatorische Anforderungen die Notwendigkeit für emissionsarme Terminalprozesse. Daher wird die Elektrifizierung zunehmend nicht nur zu einer Frage der Effizienz, sondern zu einer entscheidenden Voraussetzung für zukunftssichere Terminalstrukturen“, sagt Jaroslaw Warzecha, Director Business Unit Ports bei Vahle. „Auf der TOC Europe zeigen wir, wie Stromversorgung, Antriebssysteme und Automatisierung zu einer nahtlosen, durchgängigen Lösung kombiniert werden können.“
Ein Schwerpunkt liegt auf der Elektrifizierung von Rubber Tyred Gantry (RTG)-Kranen — einem Bereich, in dem VAHLE seit vielen Jahren Hafenanwendungen unterstützt. Dieser Bereich wird konsequent mit der modularen TriMotion Compact-Systemlösung vorangetrieben. Zusätzlich werden batteriebasierte Speichersysteme wie das Battery Storage System als dynamische Energiespeicher in Terminalbetrieben eingesetzt.
Durch die bedarfsgerechte Energieversorgung werden Spitzenlasten im Netz gezielt reduziert und die Stromflüsse im Terminal stabilisiert. Dank modularer und immersiongekühlter Batteriesysteme können Kapazität und Leistung flexibel an unterschiedliche Betriebsprofile angepasst werden — zum Beispiel für Gangwechsel, Hybridbetrieb oder Peak Shaving. Die Immersionskühlung sorgt für einen konstanten Temperaturbereich der Batteriezellen — ein entscheidender Faktor für Lebensdauer, Leistung und Betriebssicherheit im Hafenbetrieb. Dadurch können Kranbewegungen im Batteriemodus vorübergehend unabhängig vom Netz und emissionsfrei vor Ort ausgeführt werden.
Die praktische Wirkung dieses Ansatzes zeigt sich bei elektrifizierten RTG-Anwendungen mit TriMotion Compact. „Durch den Ersatz dieselbetriebener Einheiten können je nach Betriebsprofil jährlich bis zu etwa 300 Tonnen CO2 eingespart werden. Das macht die Dekarbonisierung von Terminalprozessen nicht nur technisch möglich, sondern auch wirtschaftlich skalierbar und betrieblich integrierbar“, betont Warzecha.
Die PowerDock-Ladetechnologie von VAHLE baut auf dieser Grundlage auf. Die Lösung ermöglicht das automatisierte Laden elektrischer Terminalfahrzeuge während betrieblicher Stillstandszeiten. Der Ladevorgang ist direkt in den Terminalbetrieb integriert und folgt dem Prinzip des Opportunity Charging — Energie wird genau dann aufgenommen, wenn die Fahrzeuge ohnehin nicht aktiv genutzt werden.
„Mit PowerDock standardisieren wir die Ladeprozesse im Terminal und erhöhen gleichzeitig die Verfügbarkeit der elektrischen Flotte im Dauerbetrieb“, sagt Warzecha. „Damit wird die Energieversorgung zu einem integrierten Bestandteil der Prozesskette.“
Darüber hinaus entwickelt VAHLE seine Entwicklungen im Bereich der Landstromversorgung weiter. Im Hamburger Hafen hat der Systemanbieter eine mobile Anlage für die „HADAG Seetouristik und Fährdienst AG“ umgesetzt, die zuverlässig Schiffe mit elektrischer Energie versorgt, während sie am Kai liegen. Das System ersetzt dieselbetriebene Bordgeneratoren und reduziert Emissionen sowie Lärm erheblich. Es kompensiert auch Tidenbewegungen und ist bereits für zukünftige Generationen elektrischer Fähren ausgelegt.
Auf der TOC Europe präsentiert VAHLE seine Lösungen für elektrifizierte und automatisierte Hafenlogistik am Stand E92. Besucher erhalten Einblicke in aktuelle Systeme zur RTG-Elektrifizierung, automatisiertem Laden, Energiemanagement und Landstromanwendungen — und können spezifische Einsatzszenarien mit den Experten des Unternehmens diskutieren.