Der Konflikt im Nahen Osten stört weiterhin die Lieferketten

Der Konflikt im Nahen Osten stört weiterhin die Lieferketten

Da sich der Konflikt mit Iran verschärft, spüren Logistik- und Lieferkettennetzwerke weltweit die Belastung. Steigende Spannungen führen erneut dazu, dass strategische Seewege wie die Straße von Hormuz verstärkt unter Beobachtung stehen, wobei Transportunternehmen und Versicherer die Entwicklungen genau verfolgen.

DHL hat gewarnt, dass die Volatilität in den Nahost-Korridoren zu längeren Transitzeiten, erhöhten Versicherungskosten und höheren Kraftstoffpreisen beiträgt. Das Unternehmen hat darauf hingewiesen, dass Notfallrouten und Risikominderungsmaßnahmen die operative Komplexität für Kunden erhöhen.

In der Zwischenzeit ergreifen Containerschifffahrtslinien entschlossene Maßnahmen. In einer Kunden Hinweis vom 4. März 2026 Maersk kündigte an, dass vorübergehend keine neuen Frachtbuchungen für und aus mehreren Golfstaaten – einschließlich der Vereinigten Arabischen Emirate, Großteils Omans, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain und Teilen Saudi-Arabiens – bis auf Weiteres akzeptiert werden, mit Ausnahmen für lebenswichtige Güter wie Lebensmittel und Medizin. Der Carrier stellte fest, dass Häfen wie Jeddah, König-Abdullah und Salalah weiterhin in Betrieb sind, und riet Kunden, alternative Routen oder Binnenhäfen zu prüfen, wo möglich.

Maersk hat Kunden auch vor erhöhten Risikostufen in den Golfgewässern gewarnt und auf die möglichen Störungen, Terminverschiebungen und zusätzliche kriegsrisikobedingte Kosten hingewiesen, da Versicherer die regionale Exponierung neu bewerten.

Andere große Reedereien wie Hapag-Lloyd, CMA CGM und COSCO haben ebenfalls auf gestiegene Versicherungskosten und potenzielle Kriegsrisikozuschläge in betroffenen Regionen verwiesen, was das breitere Risikoumfeld widerspiegelt, mit dem globale Schifffahrtslinien konfrontiert sind.

Karte der Straße von Hormuz

Obwohl es keine formale Schließung der Straße von Hormuz gegeben hat, sind die Schiffsverkehrsmuster vorsichtiger geworden. Schiffsdaten zeigen langsamere Transitgeschwindigkeiten und gelegentliche Haltephasen, während die Betreiber auf Sicherheitsanweisungen warten, bevor sie in die Golfgewässer ein- oder ausfahren. Anstelle großer sichtbarer Warteschlangen zeigt sich die Störung durch gestaffelte Abfahrten, verlängerte Reisezeiten und unzuverlässige Zeitpläne – Faktoren, die sich schnell auf globale Container- und Energiestromketten auswirken.

Die Auswirkungen des Konflikts beschränken sich nicht nur auf den Seefrachtverkehr. Luftfrachtoperationen in wichtigen Golf-Hubs wie Dubai, Abu Dhabi und Doha haben Phasen von Luftraumstörungen und betrieblichen Einschränkungen erlebt, da Behörden auf regionale Sicherheitsentwicklungen reagieren. Selbst temporäre Beschränkungen können die verfügbare Kapazität für hochwertige, zeitkritische Güter verringern. Diese doppelte Störung auf See- und Luftwegen hat zu größeren Engpässen in Branchen von Elektronik bis Pharma geführt.

Auch Branchen, die auf Rohstoffe angewiesen sind, stehen unter Druck. Die erhöhte Risikolage in den wichtigsten Transitkorridoren im Nahen Osten hat Bedenken hinsichtlich der Kontinuität von LNG- und Düngemittel-Exporte geweckt, Märkte, die sehr empfindlich auf mögliche Unterbrechungen im Golf-Schiffsverkehr reagieren.

Für Logistikfachleute und Supply-Chain-Planer erfordert die aktuelle Situation proaktives Risikomanagement. Unternehmen überarbeiten Routenstrategien, bauen Lagerbestände auf und prüfen alternative Transportmittel wie Bahn oder Luftfracht, wo möglich. Angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen bereiten sich Logistikführer auf anhaltende Volatilität an kritischen Transitpunkten wie der Straße von Hormuz und dem Bab el-Mandeb vor. Selbst die Aussicht auf Störungen reicht aus, um Routenentscheidungen, Versicherungskosten und Lagerbestandsstrategien im Jahr 2026 neu zu gestalten.

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