Steigerung der Energieeffizienz beim Fördern

Steigerung der Energieeffizienz beim Fördern

Da Unternehmen weltweit ihre Bemühungen zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen verstärken, rücken Intralogistikprozesse stärker in den Fokus, schreibt Sascha Goly, Global Segment Manager Logistics & Sports von Forbo.

Während Nachhaltigkeitsinitiativen sich oft auf Transport und Gebäude konzentrieren, stellen Fördersysteme in Lagern und Verteilzentren eine bedeutende und oft unterschätzte Chance zur Energieeinsparung dar.

Da sie kontinuierlich laufen und das Rückgrat des Materialflusses bilden, bieten sie klares Potenzial, sowohl die Umwelt- als auch die Betriebsleistung zu verbessern. Mit zunehmendem Druck durch regulatorische Vorgaben und unternehmensbezogene Nachhaltigkeitsziele werden auch geringfügige Effizienzsteigerungen immer relevanter.

Der Energieverbrauch von Bandförderanlagen hängt von mehreren Faktoren ab, einschließlich des Designs und des Zustands mechanischer und elektrischer Komponenten. Antriebssysteme, Steuerungsstrategien und Wartungspraktiken spielen alle eine Rolle. Einer der einflussreichsten Faktoren ist jedoch die Reibung – insbesondere zwischen der Unterseite des Förderbands und dem Gleitbett. In vielen Anwendungen macht dieser Kontakt einen erheblichen Anteil des insgesamt benötigten Energieaufwands aus.

Diese Reibung zu reduzieren ist daher eine direkte und effektive Möglichkeit, den Energiebedarf zu senken. Durch die Optimierung der Unterseite des Bands kann der Reibungskoeffizient deutlich verringert werden, was die erforderliche Antriebskraft reduziert. Wichtig ist, dass solche Verbesserungen in der Regel ohne Änderungen am Fördersystem selbst umgesetzt werden können. In vielen Fällen reicht der Austausch der Bänder aus, um messbare Effizienzgewinne zu erzielen, was diese Methode zu einer kosteneffizienten Optimierung für bestehende Anlagen macht.

Bei langen Fördersystemen oder Anwendungen mit schweren Lasten – typisch in großen Verteilzentren – können unter optimierten Bedingungen Energieeinsparungen von bis zu 50 % erreicht werden. Gleichzeitig ermöglicht die verringerte Reibung einen reibungsloseren Betrieb und kann höhere Bandgeschwindigkeiten erlauben, was die Durchsatzleistung erhöht. Diese Kombination aus geringerer Energieaufnahme und verbesserter Leistung ist besonders relevant in Hochvolumen-Logistikumgebungen.

Reibung reduzieren

Unter standardisierten Testbedingungen zeigen die herkömmlichen Förderbänder des Anbieters Forbo Movement Systems Reibungskoeffizienten, die mit denen energieeffizienter Bänder der Konkurrenz vergleichbar sind. Dies deutet darauf hin, dass bereits mit Standardbanddesigns ein relativ hoher Wirkungsgrad erreicht werden kann, was eine solide Basis für weitere Optimierungen bietet.

Für eine weitere Reduzierung der Reibung kommen Technologien wie Texglide bei den energieeffizienten Bändern von Forbo zum Einsatz. Texglide ist eine Substanz, die direkt in den Unterstoff des Bands eingebettet ist und eine glatte, widerstandsarme Oberfläche schafft. Da sie in die Bandstruktur integriert ist, bleibt ihre Wirkung über die Zeit erhalten, was eine konstant niedrige Reibung zwischen Band und Gleitbett gewährleistet.

Solche Lösungen sind bereits in groß angelegten Logistikumgebungen mit hohen Durchsatzanforderungen im Einsatz, darunter große E-Commerce-Unternehmen sowie führende Paket- und Postdienstleister. Selbst kleine Effizienzsteigerungen können im Laufe der Zeit zu erheblichen Energie- und Kosteneinsparungen führen.

Geringere Reibung hat auch sekundäre technische Effekte. Reduzierter Widerstand kann zu geringerer Wärmeentwicklung in Motoren, Lagern und anderen Antriebskomponenten führen. Dies verringert die mechanische Belastung und kann die Lebensdauer wichtiger Systemelemente verlängern. Dadurch können Wartungsintervalle verlängert und das Risiko ungeplanter Stillstände reduziert werden. Aus Sicht der Gesamtkosten des Eigentums sind diese Faktoren besonders relevant, insbesondere bei Betrieben, die auf eine kontinuierliche Systemverfügbarkeit angewiesen sind.

Darüber hinaus kann eine verbesserte Effizienz einen höheren Durchsatz unterstützen. Ein reibungsloserer Bandbetrieb und die Möglichkeit, höhere Geschwindigkeiten zu fahren, ermöglichen den Transport von mehr Gütern innerhalb desselben Zeitrahmens. Dies ist besonders in Branchen wie E-Commerce und Paketlogistik wichtig, wo die Anforderungen an den Durchsatz stetig steigen und die Systemleistung direkt die Servicequalität beeinflusst.

Insgesamt stellt die Optimierung der Reibung von Förderbändern einen praktischen und skalierbaren Ansatz zur Steigerung der Energieeffizienz in Lager- und Logistiksystemen dar. Sie ermöglicht messbare Reduktionen des Energieverbrauchs bei gleichzeitiger Verbesserung der Leistung und Systemlebensdauer – ohne umfangreiche Infrastrukturänderungen.

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