Rotterdam erprobt Wasserstoff als integriertes Logistiksystem
Rotterdam Shortsea Terminals (RST) setzt einen wasserstoffbetriebenen Reachstacker als Teil eines praktischen Dekarbonisierungstests ein. Der Hyster RSJ46-33XDH/62 bewegt 45-Fuß-Container, darunter Open-Top-Container, und ist dafür mit einem speziellen Spreader ausgerüstet.
Der Antrieb kombiniert einen 60-kW-Brennstoffzellenmotor von Nuvera mit einer Lithium-Ionen-Batterie mit 130 kWh. Die standardisierte Softwarearchitektur von Hyster, die auch in weiteren Elektroprodukten verwendet wird, soll eine einheitliche Bedienung, Diagnose und Wartung über verschiedene Antriebssysteme hinweg ermöglichen.
Das komplette Betriebssystem wird geprüft
Der Einsatz gehört zu einem fünfjährigen Innovationsprojekt, das von der Provinz Südholland und dem europäischen Just Transition Fund unterstützt wird. RST, Berkman Energie Services, Hyster, STC Next und HarbourHUB entwickeln ein Feldlabor, in dem der Reachstacker mit einer modularen Wasserstofftankstelle verbunden wird.
Damit geht der Versuch über eine reine Fahrzeugdemonstration hinaus. Die Partner untersuchen, wie Wasserstoff in logistische und industrielle Abläufe integriert werden kann, ohne unmittelbar auf das Stromnetz angewiesen zu sein. Der reale Betrieb liefert Erkenntnisse zu Betankung, Verfügbarkeit, Wartung und Prozessintegration.
Dieser ganzheitliche Ansatz ist für Industrieunternehmen entscheidend. Ein neuer Antrieb benötigt neben der Maschine auch Energieinfrastruktur, Diagnose, Service und qualifizierte Nutzer. Hyster und der autorisierte Händler Heffiq begleiten den praktischen Einsatz mit technischer Unterstützung.
Kompetenz ergänzt die Technik
Zum Programm gehört ein gemeinsames Erlebniszentrum für Beschäftigte, Studierende und Logistikfachleute. Dort werden Kenntnisse zur Energiewende sowie zur sicheren und effizienten Nutzung von Wasserstoff vermittelt.
Das von der Europäischen Union kofinanzierte Projekt soll zur CO₂-Reduktion, zur künftigen Standardisierung und zu einer ausgewogeneren Energieversorgung im Hafen beitragen. Für Unternehmen können die Ergebnisse zeigen, in welchen Anwendungen Wasserstoff, Batterien oder eine Kombination beider Technologien sinnvoll sind.






