Pre-Retail-Logistik muss erst gehen, bevor sie laufen kann

Den Weg für KI in Lieferketten zu ebnen, erfordert grundlegende Digitalisierungs- und Konnektivitätsniveaus, die in der Vor-Einzelhandelslogistik oft fehlen. Dies muss zuerst angegangen werden, wenn Unternehmen in naher Zukunft KI-unterstützte Lieferketten schaffen wollen, schreibt Stuart Greenfield (im Bild, unten), UK- und Europadirektor für Vertrieb, für Advanced Supply Chain.
KI annehmen
Es besteht ein wachsender Konsens, dass KI eine strategische Priorität für die Transformation von Lieferketten ist. Deloitte’s Global Outlook für die Einzelhandelsbranche 2026 hebt KI als einen Schlüsselfaktor für intelligentere, schnellere und widerstandsfähigere Lieferketten hervor, wobei 68 % eine agentische KI-Implementierung in den nächsten 12 bis 24 Monaten erwarten.
Daten von Gartner deuten darauf hin, dass drei Viertel (74 %) der Praktiker in der Lieferkette KI als den primären Treiber für die Transformation der Lieferkette in den kommenden Jahren identifizieren, während KPMG prognostiziert, dass Lieferketten in diesem Jahr beginnen werden, KI in Planung und Risikomanagement zu integrieren.
Management und Strategien in der Lieferkette nähern sich einem Wendepunkt, an dem die Möglichkeiten der KI mehr Realität als Wunschtraum werden. Neue Chancen entstehen, um Bestandsmanagement zu optimieren, die Nachfrageprognose zu verbessern und Szenariomodellierung zu stärken, um Schocks in der Lieferkette besser zu bewältigen. Die Verwirklichung solcher Vorteile hängt jedoch vom Fluss verfügbarer, zuverlässiger Daten ab, und Vor-Einzelhandelsprozesse könnten dabei das schwächste Glied sein.
Vor dem Laufen gehen
Viele Vor-Einzelhandelsprozesse sind noch immer zu stark auf manuelle Abläufe angewiesen, oft weil Lagerarbeiter ständig in Bewegung sind. Papierlageraufzeichnungen und handgeschriebene Etiketten sind während der Phasen, in denen Produkte „bereit für den Einzelhandel“ gemacht werden, üblich. Dies verursacht eine große Diskrepanz, die den Informationsfluss verlangsamt und Fehler riskiert.

Bestandsdaten werden oft am Ende einer Schicht in ein System eingegeben, was eine Verzögerung von mehreren Stunden zwischen der Verarbeitung und Bewegung der Waren sowie der Kommunikation der Daten bedeutet. Wenn die Informationen schließlich geteilt werden, sind sie wahrscheinlich veraltet, unzuverlässig und möglicherweise falsch.
Unleserliche Handschrift auf Etiketten kann zu Fehlern führen, wodurch Bestellungen abgelehnt, umgeleitet oder in einem Verteilzentrum verzögert werden. Die Datenverzögerung stoppt Echtzeit- oder Nah-Echtzeit-Updates, schränkt die Sichtbarkeit und Einsichten ein, was sich negativ auf die gesamte Lieferkette auswirken kann. Der Versuch, KI unter solchen Betriebsbedingungen anzuwenden, ist wie das Laufen, bevor man gehen kann.
Konnektivität schaffen
Manuelle Prozesse in der Vor-Einzelhandelslogistik können schnell durch mobile Touchscreen-Kioske und Etikettendrucker ersetzt und verbessert werden, die Automatisierung und Digitalisierung ermöglichen. Die Verbindung von Kiosken mit einer webbasierten Lieferkettenmanagementlösung bereichert den Fluss und die Genauigkeit der Bestandsdaten. Sichtbarkeit und Einblicke können geschaffen werden, die in Kombination mit den richtigen IT-Fähigkeiten und Transportmanagementsystemen genutzt werden können, um eine End-to-End-Kommunikation in der gesamten Lieferkette zu unterstützen.
Ab dem Moment, in dem Etiketten gedruckt und gescannt werden, können Informationen kommuniziert werden, um die Optimierung der Lieferkette zu unterstützen. Zum Beispiel ist es möglich, die Fahrzeugbeladung sowohl bei inbound- als auch bei outbound-Logistik zu maximieren, während gleichzeitig Fahrzeugbewegungen geplant werden, um Verweilzeiten in Lagern und Erfüllungszentren zu reduzieren. Die Kilometerleistung in Lieferketten und die Anzahl der Fahrzeuge im Transit können verringert werden, um CO2-Emissionen und Kraftstoffkosten zu sparen. Just-in-Time-Bestandsmanagement kann ebenfalls besser geplant werden, um Lagerbestände und den damit verbundenen Energieverbrauch sowie die Kosten für die Lagerung übermäßiger Bestände zu minimieren.
Die Ersetzung manueller Prozesse in der Vor-Einzelhandelslogistik kann die Effizienz steigern, die Durchlaufzeiten verkürzen und die Markteinführung erheblich beschleunigen. Es ist ein Schritt, der viele Vorteile bei vergleichsweise geringem Aufwand bringen kann, und ein Schritt, der die Vor-Einzelhandelslogistik zukunftsfähig für die Möglichkeiten der KI machen kann.






