Microshifting: ein Wendepunkt in der Logistik

Microshifting: ein Wendepunkt in der Logistik

Steigender Druck auf die Erfüllung und eine schrumpfende Talentpipeline im Bereich Lagerung und Transport bedeuten, dass flexible Schichtgestaltung entscheidend ist, um Lieferketten am Laufen zu halten.

Da der durchschnittliche LKW-Fahrer jetzt 51 Jahre alt ist und mehr als ein Drittel der britischen Belegschaft über 50 Jahre alt ist, sagt der Arbeitskräftespezialist Ned Gammel (im Bild unten), dass Microshifting – kürzere, flexiblere Schichtmodelle – der Schlüssel sein könnte, um die Zukunft des Sektors zu sichern.

Gammell, Vertriebsleiter bei Workforce-Management-Anbieter Quinyx, warnt, dass ohne dringende Veränderungen der Sektor Gefahr läuft, Talente zu verlieren.

Er erklärt:

„Logistikführer wissen, dass die Belegschaft schnell altert, aber die Lösung besteht nicht nur darin, mehr Menschen einzustellen – es geht darum, wie wir die Arbeit planen. Die nächste Generation erwartet Flexibilität, Autonomie und Balance. Microshifting bietet all das – und könnte den Unterschied zwischen einem vollen Team und einem leeren Depot ausmachen.“

Daten der Road Haulage Association berichten, dass fast die Hälfte (47%) der HGV-Fahrer über 50 Jahre alt ist, während nur 1% unter 25 ist. Erkenntnisse aus dem Quinyx-Report „State of the Frontline Workforce“ zeigen eine deutliche Generationenkluft bei Logistikrollen:

• 74% der Logistikmitarbeiter über 54 sind mit ihren Jobs zufrieden – 10% mehr als ihre 18- bis 24-jährigen Kollegen
• 86% der Über-54-Jährigen fühlen sich bei der Arbeit wertgeschätzt
• Fast die Hälfte (46%) der Über-54-Jährigen berichtet, keine arbeitsbedingten Stress zu haben

Im Gegensatz dazu nennen jüngere Logistikmitarbeiter Depressionen (51%), Burnout (36%), Stress (55%) und mangelnde Flexibilität bei der Schichtplanung (20%) als Hauptfrustrationen bei der Arbeit – was die Notwendigkeit neuer Schichtstrukturen unterstreicht, die moderne Lebensstile berücksichtigen.

Bereits in Einzelhandel und Fertigung im Vormarsch, ermöglicht Microshifting, Frontline-Rollen in kleinere, stapelbare Blöcke zu unterteilen, die vom Personal getauscht oder ausgewählt werden können.

Gammell fährt fort:

„Man kann eine Langstreckenroute nicht immer in zwei teilen, aber viele Lager-, Kommissionierungs- und Versandrollen sind perfekt für modulare Planung. Mit intelligenter Technologie können Unternehmen die Abdeckung an Nachfrage-Spitzen anpassen und den Mitarbeitern mehr Kontrolle über ihre Arbeitszeiten geben.“

Mit intelligenten, KI-gesteuerten Planungswerkzeugen können Logistikbetreiber:
• Jüngere Talente mit flexiblen, lebensstilfreundlichen Schichten anziehen
• Ältere Mitarbeiter durch phased oder reduzierte Stunden-Optionen binden
• Burnout und Fehlzeiten durch ausgewogene Arbeitsbelastung verringern
• Ressourcen um Echtzeit-Nachfrage-Spitzen optimieren

Gammell schloss mit den Worten, dass Microshifting kein Gimmick ist.

„Es ist eine praktische Lösung für eine wachsende Arbeitskräftkrise. Durch die Modernisierung des Schichtdesigns können Logistikführer generationenübergreifende Teams aufbauen, die motiviert, ausgeglichen und zukunftsbereit sind.“

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