Individueller WMS für globale Auftragsabwicklung

Individueller WMS für globale Auftragsabwicklung

Wenn Ihr Lager in China ist, Ihre Kunden jedoch über mehrere Kontinente verstreut sind, sollte die Spielraum für Betriebsfehler nahezu bei null liegen, schreibt Mykhailo Lymar (im Bild, unten), CEO von Meest China.

In unserem Fall bedeutete die Verwaltung der Erfüllung in diesem Umfang den Aufbau von Systemen, denen man vertrauen konnte, um genau, schnell und ohne ständige Eingriffe zu funktionieren. Deshalb haben wir uns von Anfang an entschieden, unser eigenes Warehouse Management System (WMS) zu entwickeln, anstatt uns an eine Vorlage eines anderen anzupassen.

Die Herausforderung: Verwaltung eines globalen Betriebs von einem Standort aus

Da unser Fulfillment-Center Tausende von Meilen von den meisten Lieferzielen entfernt ist, musste jede Phase des Prozesses – vom Wareneingang bis zum Versand – in Echtzeit sichtbar und steuerbar sein. Manuelle Nachverfolgung und Standardsoftware funktionierten in den Anfangstagen gut, wurden aber schnell zu klein für uns, als das Unternehmen wuchs.

Es ist ein bisschen so, als wäre man acht Jahre alt und versucht, in die Schuhe der letzten Saison zu schlüpfen – man liebt sie, hat die besten Tage beim Radfahren und Fußballspielen darin verbracht, aber sie passen einfach nicht mehr. Man ist einfach herausgewachsen.

Deshalb haben wir von Anfang an unser WMS nicht als Einmalkauf betrachtet, sondern als etwas, das mit unserem Geschäft wächst. Im Jahr 2015 bewältigte es einfache Nachverfolgung und Bestandsverwaltung. Zehn Jahre später ist es eine ERP-integrierte, cloudbasierte Plattform, die täglich Tausende von SKUs, komplexe Bestellflüsse und Kundenkontaktpunkte überwacht. (Wenn nur Sneakers so aufrüsten könnten!:)) Der Unterschied zwischen damals und heute ist wirklich wie der Wechsel von einem Tischrechner zu KI: gleicher Zweck, deutlich andere Fähigkeiten.

Warum wir unser eigenes WMS gebaut haben

Da unser Geschäftsbereich sich ausdehnte – mehr Länder, mehr Produktkategorien, unterschiedliche Fulfillment-Modelle – wurde das Logistikpuzzle zunehmend komplexer. Wir stellten fest, dass die meisten Standard-WMS-Optionen für einen einzigen Lagertyp oder einen engen Prozessrahmen entwickelt wurden.

Unser Betrieb musste bewältigen:
• Transitfokussierte Zentren für schnelllebige Waren
• Langzeitlager für Großbestellungen
• E-Commerce-Fulfillment-Zentren, die auf hohe Frequenz und niedrige Volumen ausgelegt sind

Anstatt unsere Prozesse an ein generisches System anzupassen, haben wir ein eigenständiges, cloudfähiges WMS entwickelt, das speziell auf unser E-Commerce-Kerngeschäft zugeschnitten ist. Dadurch konnten wir nahtlos mit ERP-Systemen integrieren, die von unseren Kunden und Partnern genutzt werden – sowohl in China als auch im Ausland – und ohne durch die Softwarearchitektur eines anderen eingeschränkt zu sein, skalieren.

Die Entwicklung selbst zu besitzen, bedeutete, dass wir das System bei hohem Datenaufkommen anpassen, aufrüsten und auf Herz und Nieren testen konnten, ohne auf externe Anbieter warten zu müssen. Und die Ergebnisse? Sobald fortschrittliche Module implementiert waren, waren die betrieblichen Vorteile deutlich:

• 9 % niedrigere Arbeitskosten durch bessere Workflow-Automatisierung
• 1,5× schnellere Verarbeitungsgeschwindigkeiten nach Einführung der Cubiscan-Technologie für automatisierte Dimensionierung
• Bessere Kostenkontrolle durch Nachverfolgung von Verpackung, Arbeitskraft und Zeit pro Bestellung – Verbesserung der Preisgenauigkeit und Ressourcenallokation

Abgesehen von den Zahlen gab uns das WMS die Flexibilität, saisonale Spitzen zu bewältigen, ohne das Chaos, das oft mit schnellem Wachstum einhergeht.

Wichtigste Erkenntnisse

Wenn Sie ein WMS auswählen oder entwickeln, beginnen Sie mit Klarheit darüber, was Ihr Lager tatsächlich tut. Geht es um schnellen Umschlag, Lagerung in großen Mengen oder die letzte Meile? Skizzieren Sie Ihren Betriebsablauf – wie einen architektonischen Plan – bevor Sie sich mit Software beschäftigen. Identifizieren Sie Engpässe, verstehen Sie, warum sie entstehen, und priorisieren Sie die Behebung der 70 %, die den größten Teil Ihrer Arbeit ausmachen. Widerstehen Sie dem Drang, von Anfang an zu viel zu bauen. Die effektivsten Systeme wachsen in Schichten – fügen Sie Komplexität nur hinzu, wenn die Kernprozesse bereits reibungslos laufen. Halten Sie die Entwicklung kontinuierlich, nicht einmalig, damit sich Ihre Abläufe an Änderungen im Volumen, den Marktbedingungen oder den Kundenerwartungen anpassen können.

Biografie des Sprechers:
Mykhailo Lymar ist seit der Gründung im Jahr 2014 CEO von Meest China und leitet die Mission des Unternehmens, asiatische Logistik für Unternehmen und Privatpersonen weltweit so zugänglich und nahtlos wie möglich zu machen. Über mehr als 10 Jahre an der Spitze hat er ein vielfältiges globales Team aufgebaut und geleitet sowie operative Zentren in Europa und Asien etabliert. Um die Feinheiten der asiatischen Logistik wirklich zu verstehen, zog Mykhailo für fünf Jahre nach China, um sich in die Kultur und Geschäftspraktiken der Region zu vertiefen. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Logistik und einem Executive MBA verbindet er strategische Vision mit praktischer Expertise in grenzüberschreitender Logistik, Supply-Chain-Optimierung und Marktexpansion.

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