Die Entwicklung intelligenter und emissionsärmerer Logistikstandorte stellt eine grundlegende Infrastrukturfrage: Moderne Lager benötigen mehr Strom, während verfügbare Netzkapazität schwieriger zu sichern ist. Für Betreiber und Entwickler verbindet sich die Energieplanung daher unmittelbar mit Automatisierung, Resilienz und Dekarbonisierung.
George Day, Senior Project Manager bei Pulse Consult, empfiehlt, die Netzsituation vor der endgültigen Standortentscheidung zu prüfen. Die Konsultation der britischen Regulierungsbehörde Ofgem zur Netzkapazität verdeutlicht, dass unsichere Anschlüsse Projekttermine gefährden können.

Digitale Prozesse brauchen physische Kapazität
Automatisierte Lager- und Kommissioniersysteme, Fördertechnik, Robotik, Kälteanlagen, Steuerungstechnik und Ladepunkte erhöhen die elektrische Last. Diese kann weiter steigen, wenn der Betreiber den Durchsatz erweitert, zusätzliche Technologie installiert oder Fahrzeuge elektrifiziert.
Ein zukunftsfähiges Konzept muss deshalb zwei Zeitpunkte berücksichtigen: den Strombedarf beim Betriebsstart und die erwartete Endausbaustufe. Eine Auslegung nur für die Anfangsphase kann Wachstum bremsen und spätere, kostenintensive Anpassungen erzwingen.
Energie als Bestandteil von Industry 5.0
Eine frühe Prüfung sollte verfügbare Leistung, technische Bedingungen und den realistischen Anschlusstermin klären. Die Ergebnisse wirken sich auf Grundstück, Gebäudekonzept, Anlagenauswahl und Investitionsrechnung aus und müssen deshalb von Planung, Technik, Einkauf und Projektsteuerung gemeinsam genutzt werden.
Der integrierte Ansatz unterstützt auch Nachhaltigkeitsziele. Elektrifizierung kann fossile Energieträger ersetzen, während Automatisierung die Produktivität steigert. Beides bleibt jedoch abhängig von einer passenden Strominfrastruktur. Eine digitale Transformationsstrategie für das Lager braucht folglich eine gleichwertige Planung der Energieversorgung.
Wer die Netzfrage früh in den kritischen Pfad aufnimmt, kann Risiken besser steuern und die spätere Anpassungsfähigkeit des Standorts sichern.






