Daten machen Verpackungsautomation resilienter

Daten machen Verpackungsautomation resilienter

Automatisierte Verpackung wird häufig anhand von Geschwindigkeit und Durchsatz beurteilt. Im Sinne von Industrie 5.0 kommen weitere Anforderungen hinzu: flexible Abläufe, geringerer Materialverbrauch, robuste Prozesse und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Menschen, Maschinen und Lagerautomation.

Ein Beispiel von Victor Queiroz von CMC Packaging Automation macht den Nutzen datenbasierter Entscheidungen deutlich. Ein Unternehmen hielt seine automatisierte Verpackung bereits für effizient. Die Auswertung der Betriebsdaten zeigte jedoch, dass eine zusätzliche Wellpappenbreite die jährlichen Materialkosten um etwa 200.000 Pfund senken könnte.

Gezielte Optimierung statt Komplettaustausch

Das Potenzial entstand nicht durch die sofortige Erneuerung der gesamten Anlage, sondern durch ein besseres Verständnis des bestehenden Materialeinsatzes. Für Industrieunternehmen ist das relevant: Wer die Ursache einer Ineffizienz präzise kennt, kann möglicherweise mit einer begrenzten Anpassung mehr erreichen als mit einem vollständigen Systemwechsel.

Auch die kleinste mögliche Verpackung ist nicht automatisch die nachhaltigste oder wirtschaftlichste. Neben dem Materialverbrauch zählen Arbeitsaufwand, Lagerung, Transport und Retouren. Die Technologie muss deshalb unterschiedliche Auftragstypen flexibel verarbeiten und zugleich einen stabilen Materialfluss gewährleisten.

Verpackung im vernetzten Fulfilment

Eine Verpackungszelle darf nicht isoliert betrachtet werden. Sie muss mit Kommissionierung und Versand abgestimmt sein, denn schlecht ausbalancierte Prozesse können Engpässe lediglich verlagern. Vernetzte Daten und eine bessere Orchestrierung der Abläufe können Produktivität und Ressourceneffizienz gleichzeitig unterstützen.

Weniger Materialabfall kann zudem zu Nachhaltigkeitszielen beitragen, wobei die konkrete Wirkung von Produkt und Prozess abhängt. Mit zunehmender Autonomie im Fulfilment wird Verpackung stärker Teil eines digital gesteuerten Gesamtsystems.

Bei einigen Projekten werden Amortisationszeiten von 12 bis 18 Monaten angestrebt. Der praktische Schluss lautet daher: Vor einer großen Investition sollten Unternehmen prüfen, welche Verbesserungen die Daten ihrer vorhandenen Anlage bereits nahelegen.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …