Wie Mautgebühren die Preise im Straßenverkehr in Europa beeinflussen
Straßengüterverkehrsbetreiber in ganz Europa sehen sich weiterhin steigenden Mautkosten gegenüber, da EU-Mitgliedstaaten neue Abrechnungsstrukturen einführen, die darauf ausgelegt sind, Umweltziele zu unterstützen und den Sektor in Richtung emissionsärmerer Transporte zu lenken.
Recherchen von Transport Intelligence (Ti), Upply und der International Road Transport Union (IRU) zeigen, dass die mautbezogenen Ausgaben in den meisten europäischen Märkten im zweiten Quartal 2025 gestiegen sind, wobei Lettland die einzige Ausnahme bildet. Girteka schätzt, dass Mautgebühren jetzt etwa 14 % der Frachtkosten ausmachen und auf bestimmten Einzelfahrtrouten bis zu 23 % erreichen, was die Planung, Beschaffung und Preisgestaltung beeinflusst.
Mehrere Länder, darunter die Niederlande, Luxemburg, Schweden und die Slowakei, wechseln von zeitbasierten Vignetten zu digitalen, streckenabhängigen Mautsystemen. Einige integrieren jetzt auch CO₂-Emissionen in die Preisformeln. Im Rahmen der überarbeiteten Eurovignette-Richtlinie müssen zeitbasierte Mautgebühren für Schwerlastfahrzeuge (HGVs) im transeuropäischen Verkehrsnetz bis 2030 abgeschafft werden.
Der Sektor steht jedoch weiterhin vor Herausforderungen beim Übergang zu emissionsfreien Fahrzeugen aufgrund von Reichweitenbeschränkungen und Ladeinfrastruktur. Wie Mark Mulder, Chief Commercial Officer bei Girteka Logistics anmerkt:
„Wir bieten batteriebetriebene Lkw unseren Kunden an, einschließlich Testprojekten und sogar Simulationen der elektrischen Lkw-Lieferung, bevor sie eine Entscheidung treffen. Alles ist vorhanden, um voranzugehen und zu testen. Aber wenn wir die heutige Nachfrage betrachten, ist sie einfach nicht auf skalierbarem Niveau vorhanden. Die meisten Kunden sind noch vorsichtig bei der Integration von BEVs in ihre regulären Abläufe.“
Aktuelle Reformbeispiele zeigen unterschiedliche Stufen der Störung. Der Wechsel Dänemarks zu einer CO₂-verknüpften Kilometermaut im Januar 2025 schuf operative Unsicherheiten für Transportunternehmen, die neue Onboard-Geräte installieren mussten.
Oksana Tomaševičienė, Teamleiterin für Kraftstoff- und Mautfunktionen bei Girteka Transport, kommentierte:
„Diese Änderungen haben uns viele Hindernisse gebracht, da wir eine große Flotte von Lastwagen haben und nur wenig Zeit, um einen klaren Aktionsplan zu formulieren… Die Situation hat deutlich gemacht, dass Klarheit, rechtzeitige Informationen von Regierungsstellen und Pufferzeiten für Transportunternehmen entscheidend sind, wenn Länder neue Mautregelungen einführen.“
Im Vergleich dazu wurde die Mauterhöhung in Deutschland Ende 2023 aufgrund früherer Ankündigungen reibungsloser umgesetzt, was es Logistikanbietern ermöglichte, sich vorzubereiten und die Preise anzupassen.
Während die EU ihren Vorstoß in Richtung umweltfreundlicherer Transporte beschleunigt, setzen Betreiber zunehmend auf digitale Routenoptimierung und Planungstools, um die Kostenaussetzung zu steuern und gleichzeitig den Service aufrechtzuerhalten. Die Herausforderung wird darin bestehen, den regulatorischen Schwung in Richtung geringerer Emissionen mit den operativen Realitäten des Fernverkehrs in Einklang zu bringen.






