Vernetzte Mehrweg-Assets stärken die industrielle Lieferkette
Wiederverwendbare Ladungsträger sind ein wichtiger, aber häufig unterschätzter Bestandteil industrieller Lieferketten. Gehen Rollcontainer oder Behälter verloren, entstehen nicht nur Ersatzkosten; auch Verfügbarkeit, Planbarkeit und Nachhaltigkeit leiden. Neovia Logistics hat deshalb ein GPS-System für die Teilelogistik von BMW Group UK eingeführt, die mehr als 230 Händlerstandorte versorgt.
Die Lösung stammt von Peak Technologies und basiert auf der Plattform von Sensolus. Rund 40 % des Mehrweg-Bestands im Wert von etwa 320.000 Pfund waren zuvor gefährdet, aus dem Rücklauf zu verschwinden. Die beteiligten Unternehmen beziffern die verringerte jährliche Vermögensexponierung auf bis zu 800.000 Pfund.
Transparenz über Unternehmensgrenzen hinweg
Barcodes erfassten die Ausgabe bei Neovia, endeten jedoch faktisch bei der Übergabe an externe Transportpartner. Damit fehlten Daten, um den Aufenthaltsort zu bestimmen oder Verantwortlichkeiten belastbar zu klären. Die Vorgabe von BMW Group UK, GPS-Tracking als Teil der Vertragsverlängerung einzusetzen, gab den Anstoß zur Modernisierung.
Nach einer im Dezember 2025 gestarteten Ausschreibung entschied sich Neovia für Sensolus. Das System wurde für 5.000 Assets in weniger als vier Monaten produktiv. Der Tracker Sensolus 1110 lässt sich an vorhandenen Rollcontainern befestigen, ohne Sortieranlagen umzubauen. Geofences dokumentieren Ankunft und Abfahrt, ein Lagealarm kann ein Umkippen erkennen, und die Gerätekonfiguration wird aus der Ferne aktualisiert.
Resilienz durch verwertbare Betriebsdaten
Zeitgestempelte Bewegungsdaten haben bereits zur Rückführung zuvor verschwundener Ladungsträger beigetragen. Darüber hinaus analysiert Neovia Aufenthaltszeiten, Dock-Durchsatz, Lagerleistung und Bewegungsmuster. Die Ortung wird damit zu einer Datenbasis für operative Verbesserungen und eine robustere Planung.
Eine zusätzliche Lieferung von 3.500 Behältern und 1.500 Rollcontainern war innerhalb von vier bis fünf Wochen trackingfähig. Weniger Verluste reduzieren Ersatzbeschaffung und Kartonabfall. Der Fall zeigt, wie industrielle Unternehmen mit einer schlanken digitalen Schicht Transparenz und Nachhaltigkeit verbessern können, ohne ein umfassendes Infrastrukturprogramm aufzusetzen.






