Logistik braucht eine belastbare Datenbasis für die KI-Ära
Die Logistik erreicht einen Punkt, an dem nicht mehr fehlende Informationen das größte Problem darstellen, sondern deren Überfluss. Transport- und Lagerplattformen, Sensoren, automatisierte Anlagen sowie Kundensysteme erzeugen immer größere Datenmengen. Für Industrieunternehmen stellt sich damit die Frage, wie diese Informationen zur Widerstandsfähigkeit und Leistungsfähigkeit des Betriebs beitragen.
Robert Jordan, CEO von iFactory, sprach darüber mit Paul Hamblin in einer Ausgabe von Logistics Business Conversations, die auf der Parcel & Post Expo in London aufgenommen wurde. Der Begriff „data junkyard“ beschreibt die Gefahr, dass Daten schneller anwachsen, als ein Unternehmen sie strukturieren, schützen und sinnvoll einsetzen kann.
Automatisierung braucht einen klaren Zweck
Vernetzte Daten können Planung, Sendungstransparenz und Prozesskontrolle verbessern. Werden jedoch doppelte, unvollständige oder nicht miteinander verbundene Datensätze gespeichert, nimmt die Komplexität zu, ohne dass der Betrieb automatisch effizienter wird. Informationen ohne Bezug zu einer konkreten Entscheidung verursachen zudem laufenden Pflegeaufwand.
Das ist auch für Industry 5.0 relevant. Resiliente Produktion und Logistik benötigen nicht nur mehr Automatisierung, sondern Technologien, die von den verantwortlichen Menschen verstanden und gesteuert werden können. Die Entscheidung, welches Signal eine Reaktion auslöst, bleibt eine organisatorische Aufgabe.
KI erhöht die Anforderungen an Governance
Künstliche Intelligenz ist auf verlässliche Eingaben angewiesen. Unternehmen müssen deshalb Eigentum, Zugriffsrechte, Schutz und Aufbewahrungsdauer geschäftskritischer Informationen klären. Wenn Daten mehrere Plattformen durchlaufen, werden Herkunft, Aktualität und Verantwortlichkeit besonders wichtig.
Eine belastbare Strategie sollte bei den Entscheidungen beginnen, die verbessert werden sollen. Anschließend können wichtige Quellen, Zuständigkeiten und Messgrößen festgelegt werden. So lässt sich Automatisierung gezielt für Resilienz und Produktivität einsetzen, anstatt lediglich weitere digitale Ablagen zu schaffen.
Ein Unternehmen mit vielen Daten ist nicht automatisch handlungsfähig. Wettbewerbsvorteile entstehen dort, wo vertrauenswürdige Informationen mit Fachwissen, klaren Prozessen und einem verantwortungsvollen Einsatz von KI verbunden werden.






