LNG-Verkehr durch Hormus kehrt teilweise zurück – Automatisierung bleibt begrenzt

LNG-Verkehr durch Hormus kehrt teilweise zurück – Automatisierung bleibt begrenzt

Der LNG-Verkehr mit Katarbezug durch die Straße von Hormus hat teilweise wieder eingesetzt. Nachdem im August keine sichtbaren Passagen katarischer LNG-Tanker oder von Schiffen mit Ladung aus Ras Laffan registriert worden waren, werden nun erneut Bewegungen gemeldet. Die Entwicklung weist auf eine begrenzte Wiederaufnahme hin, nicht auf einen stabilen Betrieb des Korridors.

GasLog Skagen wurde am 27. September vor Sri Lanka mit einer Ladung aus Ras Laffan gemeldet. Zuvor war der Tanker im Golf zwischen Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait unterwegs. Auch Al Shamal wurde außerhalb der Meerenge nach einem Transport katarischer Ladung gesichtet. Mesaimeer und Al Ghashamiya sollen den Golf mit Ras-Laffan-Ladungen verlassen haben.

Al Samriya, Al Daayen und Shandong Redwood wurden außerhalb der Wasserstraße oder auf Fahrten nach Asien beobachtet. Al Mafyar soll ohne Ladung wieder in die Meerenge eingefahren sein.

Digitale Resilienz endet bei fehlenden Eingangsdaten

Für digitale Lieferkettensteuerung bleibt die eingeschränkte Transparenz ein zentrales Problem. Wenn Schiffe ihre AIS-Transponder abschalten, entstehen nicht sichtbare Passagen. Control-Tower-Systeme, automatische ETA-Berechnungen und Prognosemodelle können solche Bewegungen nicht zuverlässig erfassen.

Automatisierung verbessert damit zwar die Verarbeitung vorhandener Informationen, ersetzt aber keine belastbaren Eingangsdaten. Industrieunternehmen und Logistikdienstleister müssen weiterhin mit Zeitpuffern, alternativen Routen und Szenarien für ausbleibende oder verspätete Ladungen arbeiten.

Auswirkungen auf Energie und Industrie

Europäische LNG-Abnehmer, Reedereien und Terminalbetreiber bleiben höheren Versicherungs- und Frachtkosten, unsicheren Ankunftszeiten und möglicher Konkurrenz um alternative Ladungen ausgesetzt. Ein länger anhaltender Rückgang der Hormus-Passagen könnte Lieferwege verlängern und die Versorgung verteuern.

Die aktuellen Beobachtungen belegen somit eine begrenzte Wiederaufnahme des Verkehrs. Eine verlässliche Normalisierung ist daraus nicht abzuleiten. Weitere Schiffsdaten veröffentlichte MarineLink.

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