Industrie 5.0 macht das Lager zur Energieplattform
Im Umfeld von Industrie 5.0 wird Energie zu einem Teil der betrieblichen Architektur. Logistikstandorte elektrifizieren Fahrzeuge, Ladepunkte und automatisierte Anlagen. Damit verändern sie ihr Lastprofil und benötigen Lösungen, die Erzeugung, Speicherung und Verbrauch gemeinsam steuern. Das Lagerdach kann dabei zur Energieplattform werden.
Das ungenutzte Potenzial ist groß. Britische Logistik- und Industriegebäude ab 50.000 Quadratfuß verfügen nach einer genannten Schätzung über rund 1,5 Milliarden Quadratfuß Dachfläche. Daraus könnten jährlich mehr als 36 GWh Strom entstehen. Die Nutzung dieser Flächen würde zudem das britische Ziel von 45 bis 47 GW Solarkapazität bis 2030 unterstützen.
Systemdesign statt Einzelkomponenten
Eine Anlage, die lediglich am heutigen Verbrauch ausgerichtet ist, kann Wachstum vorwegnehmen oder verhindern. Ein wenig ausgelastetes Lager benötigt tagsüber zunächst nur wenig Strom, könnte später aber durch Robotik, Kühlung oder Ladeinfrastruktur deutlich mehr verbrauchen. Umgekehrt kann eine große Solaranlage die Aufnahmefähigkeit des lokalen Netzes überschreiten.
Batteriespeicher schaffen Flexibilität zwischen Produktion und Nachfrage. Energiemanagementsysteme können die Batterie bei hoher Solarleistung laden, sie bei steigendem Bedarf entladen und die Einspeisung auf die genehmigte Anschlussleistung begrenzen. Dadurch wird ein Netzengpass zu einer planbaren technischen Randbedingung.
Erfahrungen aus Logistikstandorten
Beim Pharmadistributor Mawdsleys in Doncaster entsprach der erwartete Jahresverbrauch einer Dachanlage mit 1.700 kW. Der Netzanschluss erlaubte jedoch weniger. Durch die Kombination aus Photovoltaik, Speicher und automatischer Exportbegrenzung konnte die größere Anlage innerhalb der Vorgaben betrieben werden.
Big Yellow Self Storage kombiniert an seinem Standort in Slough Solarmodule mit einem Speicher, der den Standort bis zu zehn Stunden versorgen kann. Das Projekt lieferte zugleich Vorgaben für weitere Standorte.
Für die Planung sollten Unternehmen halbstündliche Verbrauchsdaten, Dachzustand, erwartete Lastentwicklung und Netzgrenzen zusammenführen. Anbieter wie Wattstor unterstützen integrierte Ansätze. Bei Neubauten sollten Erzeugung, Speicher und Steuerung von Beginn an gemeinsam geplant werden.






