Bardon verbindet Automatisierung mit resilienter Frischelogistik

Bardon verbindet Automatisierung mit resilienter Frischelogistik

Im Verteilzentrum Bardon in Leicestershire hat Aldi die Verarbeitung von Obst und Gemüse aufgenommen. Die ersten Paletten mit Ingwer und Avocados trafen am 16. September ein, die erste ausgehende Palette folgte am nächsten Tag. Damit erweitert der Standort seinen Betrieb um eine Warengruppe, bei der Geschwindigkeit und Prozessgenauigkeit besonders eng verbunden sind.

Die industrielle Bedeutung des Projekts liegt in der Kombination mehrerer anspruchsvoller Aufgaben: hohe Palettenmengen, unterschiedliche Temperaturbedingungen, schnelle Belieferung der Filialen und flexible Reaktion auf Nachfrageschwankungen. Bardon wurde im Mai 2026 in Betrieb genommen; Aldi investiert mehr als 500 Millionen Pfund in den Standort.

Bardon shows how automation can scale temperature-sensitive logistics

Automatisierung für variable Produktanforderungen

Frischeprodukte sind kein einheitlicher Lagerstrom. Salatblätter, Bananen, Äpfel, Karotten und weiches Obst unterscheiden sich bei Haltbarkeit und Lagerbedingungen. Deshalb umfasst die Operation in Bardon drei temperaturgeführte Bereiche, darunter ein Kühllager und einen eigenen Bananenraum.

Im Kühlbereich werden Paletten in Hochregalen gelagert. Bei Bedarf holen automatisierte Shuttle-Systeme die benötigten Einheiten ab und führen sie der Versandbereitstellung zu. Die Lösung stammt von Cimcorp. Entscheidend ist nicht nur der Durchsatz, sondern der kontinuierliche Materialfluss trotz unterschiedlicher Anforderungen an die einzelnen Produkte.

Wachstum mit Blick auf Ressourcen

Im Vollbetrieb ab 2027 soll Bardon in Spitzenzeiten mehr als 1,5 Millionen Kilogramm Obst und Gemüse pro Tag verarbeiten. Über 6.000 Paletten könnten täglich an Aldi-Filialen im Vereinigten Königreich gehen. Die Jahreskapazität des gesamten Zentrums soll sich sieben Millionen Paletten annähern.

Auf dem 1,3 Millionen Quadratfuß großen Gebäude sind 19.000 Solarmodule installiert. Aldi bezeichnet Bardon als Lager mit der niedrigsten CO₂-Intensität innerhalb der Aldi-Süd-Gruppe. Die Photovoltaik beseitigt zwar nicht den Energiebedarf von Kühlung und automatisierter Fördertechnik, ergänzt aber die Maßnahmen zur Verringerung der betrieblichen Belastung eines großen Logistikstandorts.

Das Zentrum stärkt die Widerstandsfähigkeit des Aldi-Netzes, während der Händler auf 1.500 britische Filialen wachsen will. Pro Jahr verkauft Aldi etwa 2,2 Milliarden Obst- und Gemüseartikel und strebt bis Ende 2027 ein Plus von 14 % bei den verkauften Portionen an. Im Endausbau soll Bardon rund 1.000 Beschäftigte haben. Für Industrieunternehmen zeigt das Projekt: Automatisierung entfaltet ihren größten Nutzen, wenn sie Prozessvariabilität beherrscht und nicht nur maximale Geschwindigkeit liefert.

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