A350-Frachter verbindet digitale Beladung mit niedrigerem Verbrauch

A350-Frachter verbindet digitale Beladung mit niedrigerem Verbrauch

Der neue A350-Frachter hat in Toulouse seinen ersten Testflug absolviert. Die Maschine war am 29. September vier Stunden und zehn Minuten unterwegs, erreichte 25.000 Fuß und flog mit einer fünfköpfigen Besatzung, darunter drei Testingenieure. Damit beginnt eine neunmonatige Flugtestkampagne, die den Weg zur Zulassung und zum späteren Einsatz in globalen Cargo-Netzwerken ebnen soll.

Zu den ersten Prüfpunkten gehören Lufttüchtigkeit, Flugeigenschaften und die Funktion der wesentlichen Systeme. Ein zweiter Prototyp wird derzeit fertiggestellt und soll in den kommenden Wochen lackiert werden. Nach der Erprobung wird der Übergang zur Musterzulassung durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit erwartet. Die ersten kommerziellen Auslieferungen sind für Ende 2027 geplant.

Beladung als digital unterstützter Prozess

Die Konstruktion basiert auf dem Passagiermodell A350-1000. Für den Frachtbetrieb wurde der Zugang so gestaltet, dass die 175 Zoll breite Hauptdeck-Tür hinter dem Flügel liegt. Hauptdeck und Unterflurbereiche können dadurch parallel bearbeitet werden – ein Ansatz, der die zeitliche Abstimmung zwischen Lager, Vorfeld und Flugzeug verbessern kann.

Ein verstärkter Metallboden nimmt die Belastungen der Frachtabfertigung auf. Das digital gesteuerte Beladesystem unterstützt die Positionierung von Paletten und kann damit eine präzisere Ausnutzung des verfügbaren Raums ermöglichen. Die geplante Nutzlast beträgt bis zu 111 Tonnen. Die gemeinsame technische Basis mit der Passagierversion kann außerdem Training, Flottenintegration und Einsatzplanung vereinfachen.

Nachhaltigkeit und Kapazität müssen zusammenpassen

Der umfangreiche Einsatz von Verbundwerkstoffen soll das Strukturgewicht senken. Der Hersteller nennt gegenüber bestimmten älteren Frachtern ein mögliches Minus von bis zu 40 Prozent bei Treibstoffverbrauch und Kohlenstoffemissionen. Ob dieser Vorteil im Betrieb erreicht wird, muss die weitere Erprobung zeigen.

Aktuell liegen 103 Bestellungen von 14 Kunden vor. Das Programm trifft auf einen Markt, in dem ältere Flugzeuge ausgemustert werden, verfügbare Kapazität knapp bleibt und internationale Effizienz- sowie Emissionsanforderungen an Bedeutung gewinnen. Für industrielle Lieferketten ist deshalb nicht nur die Nutzlast relevant, sondern auch die Frage, wann zertifizierte Kapazität tatsächlich verfügbar wird.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …